JPMorgan: Ist 2026 ein Jahr zum Vergessen?

JPMorgan: Ist 2026 ein Jahr zum Vergessen?
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JP Morgan Chase & Co. -%
Fabian Strebin Heute, 09:39 Fabian Strebin

Die Voraussetzungen für amerikanische Banken für 2026 waren mehr als positiv. Zu tendenziell fallenden Zinsen sollte eine breit angelegte Deregulierung kommen, die sich vor allem positiv auf das vorzuhaltende Eigenkapital auswirken dürfte. Doch gerade für den Branchenprimus JPMorgan war der Start in das neue Jahr bisher alles andere als erfreulich.

Vergangene Woche gehörte JPMorgan zu den ersten Banken, die in den USA ihre Zahlen für das abgelaufene Quartal und das alte Jahr vorlegten. Diese fielen durchwachsen aus, was auch an einem Sondereffekt lag. Ohne diesen hätte der Gewinn im vierten Quartal über dem Vorjahresergebnis gelegen.

Doch Posts von US-Präsident Donald Trump überschatteten die Zahlenvorlage: Denn Trump hatte am vorangegangenen Wochenende mit einem Post für Unruhe gesorgt. Dieser las sich so, als würde der Republikaner eines seiner Wahlversprechen wahr machen wollen. Die Zinsen auf Kreditkartenschulden sollen ab heute für ein Jahr bei zehn Prozent gedeckelt werden.

Bis jetzt ist unklar, ob und wie das umgesetzt werden soll. Es bleibt spannend, ob Kreditkartenfirmen freiwillig ihre Zinsen senken. Im Durchschnitt dürfte der Zinssatz für Kreditkarten-Darlehen in den USA bei rund zwanzig Prozent liegen. Es wäre also ein empfindlicher Schlag – auch für JPMorgan. Denn die Bank ist der größte Emittent von Kreditkarten in den Vereinigten Staaten.

Das war aber noch nicht alles an Ungemach: Laut eines neuen Posts will Trump JPMorgan in den nächsten Wochen verklagen. Hintergrund für ihn ist, dass ihm die Bank nach dem Sturm aufs Kapitol am 6. Januar vor fünf Jahren „fälschlicherweise und unangemessen“ das Konto gekündigt habe.

JPMorgan Chase (WKN: 850628)

JPMorgan ist die größte Bank der USA und trotzte seit der Finanzkrise jedem Sturm. Zudem wäre das Unternehmen nicht das erste, das von Trump verklagt wird. Größere Folgen könnte ein möglicher Zinsdeckel haben, der auch absehbar kommen könnte. Was aus der für dieses Jahr angepeilten Deregulierung im Finanzsektor wird, ist mittlerweile unklar.

Investierte Anleger bleiben an Bord. Die Aktie drehte Ende letzter Woche an der 100-Tage-Linie bei 308,521 Dollar wieder nach oben und hat nun den GD50 bei 313,84 Dollar im Fokus.

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