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Trump: US‑Banken handeln „zutiefst anti‑amerikanisch“

Trump: US‑Banken handeln „zutiefst anti‑amerikanisch“
Foto: dpa/AP/ Andrew Harnik
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Philipp Schleu Heute, 09:33 Philipp Schleu

Eric Trump geht auf Frontalkurs mit den größten Finanzinstituten der USA. Der Sohn des US-Präsidenten wirft Schwergewichten wie JPMorgan, der Bank of America und Wells Fargo vor, aktiv gegen die Interessen der Sparer zu lobbyieren. Rückenwind bekam er dabei auch von seinem Vater US-Präsident Donald Trump.

Der Vorwurf wiegt schwer: Eric Trump bezeichnet das Vorgehen der Großbanken als „zutiefst anti-amerikanisch“. Der Grund für seinen Ärger ist die massive Lobbyarbeit gegen den sogenannten Clarity Act. Dieser Gesetzentwurf soll es Krypto-Plattformen ermöglichen, Zinsen auf Stablecoin-Guthaben zu zahlen. Während Banken ihren Kunden oft nur mickrige Zinsen gewähren, könnten Stablecoins Renditen von vier bis fünf Prozent erzielen.

Die Diskrepanz ist für Eric Trump ein Beleg für ein unfaires System. Während die Institute selbst bei der Federal Reserve rund 3,65 Prozent Zinsen für ihre Einlagen kassieren, geben sie davon fast nichts an die Verbraucher weiter. Entsprechend scharf fällt das Urteil aus: Die Banken versuchten lediglich, ihr „Niedrigzins-Monopol“ mit Millionenbeträgen zu verteidigen. Trump selbst ist als Mitgründer der Plattform World Liberty Financial direkt im Markt positioniert. Das Unternehmen gibt den Stablecoin USD1 sowie die Kryptowährung WLFI heraus.

Donald Trump schaltet sich ein

Der familiäre Druck auf die Finanzwelt ist dabei kein Einzelfall. Erst kürzlich meldete sich auch Donald Trump selbst auf seinem Netzwerk Truth Social zu Wort. In gewohnt pointierter Manier kritisierte er die Banken und warf ihnen vor, Krypto-Innovationen aus reinem Eigennutz zu behindern. Der Präsident signalisierte damit deutlich, dass er die Branche an der kurzen Leine halten will, sollte sie sich weiterhin gegen die digitale Konkurrenz stellen.

Jamie Dimon fordert gleiche Regeln

Die Gegenseite sieht das naturgemäß anders. JPMorgan-Chef Jamie Dimon mahnt faire Wettbewerbsbedingungen an. Seine Argumentation folgt einer einfachen Logik: Wer Einlagen hält und Zinsen zahlt, agiert wie eine Bank. Folglich müsse eine solche Plattform auch denselben strengen Regeln und Aufsichtspflichten unterliegen wie ein klassisches Kreditinstitut. Ohne diese Regulierung drohe laut den Bankenverbänden ein Abzug von Billionen Dollar aus dem traditionellen Finanzsystem, was die Stabilität gefährden könnte.

Kritik an dieser Sichtweise kommt aus dem Beraterstab des Präsidenten. Patrick Witt, Direktor im Rat für digitale Vermögenswerte, hält die Argumentation der Banken für eine Täuschung. Nicht die Zinszahlung an sich mache ein Unternehmen zu einer Bank. Entscheidend sei vielmehr, ob das Geld der Kunden für Kredite oder riskante Weiterinvestitionen genutzt werde. Solange Stablecoins lediglich als digitales Abbild des Dollar gehalten werden, sei eine Bankenregulierung überzogen.

Verhärtete Fronten in Washington

Der Streit blockiert derzeit wichtige Fortschritte in der Gesetzgebung. Da sich die Parteien uneinig über die Zinszahlungen bei Stablecoins sind, verzögert sich die Verabschiedung des Clarity Act weiter. Das Weiße Haus versucht zwar, in hochrangigen Gesprächen zwischen der Finanzelite und der Kryptobranche zu vermitteln, doch ein echter Kompromiss ist bislang nicht in Sicht. Die Lücke zwischen der alten Bankenwelt und den neuen digitalen Herausforderern bleibt tief.

Eric Trumps Angriff ist zwar politisch motiviert und durch Eigeninteressen an World Liberty Financial geprägt, trifft aber einen wunden Punkt: Die ungleiche Zinsverteilung zwischen Banken und Sparern. Am Ende wird der Ausgang des Gesetzgebungsverfahrens entscheiden, ob Stablecoins in den USA zum echten Konkurrenten für das klassische Sparkonto aufsteigen können.

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Quelle: Börsenmedien AG

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