Donald Trumps Aussagen, dass der Iran-Krieg wohl nicht mehr lange dauern werde, sorgen weiterhin für etwas Erleichterung an den Märkten. Dementsprechend gaben die Ölpreise zuletzt erneut leicht nach. Allerdings bleiben Sorgen bestehen. Dafür sorgen auch Berichte über vom Iran in der Straße von Hormus verlegte Seeminen.
US-Präsident Donald Trump drohte dem iranischen Machtapparat mit Vergeltung, sollte die für den Öltransport ausgesprochen wichtige Meerenge zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman vermint werden. Am Mittwoch wollen die Staats- und Regierungschefs der G7-Länder über die steigenden Energiepreise beraten. Im Gespräch ist unter anderem eine Freigabe nationaler Ölreserven, um den Energiemarkt zu stabilisieren.
Die etwa 55 Kilometer breite Straße von Hormus liegt zwischen dem Iran und dem Oman und gilt als eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten für den weltweiten Ölexport. Experten gingen bereits vor Kriegsbeginn davon aus, dass Irans Seestreitkräfte die Straße blockieren oder verminen könnten.
"Sollten aus irgendeinem Grund Minen ausgelegt worden sein und diese nicht unverzüglich entfernt werden, wird dies für den Iran militärische Konsequenzen in einem bisher nie dagewesenen Ausmaß haben", drohte Trump über seine Plattform Truth Social. Das US-Regionalkommando für den Nahen Osten (Centcom) teilte wenig später mit, die amerikanischen Streitkräfte hätten mehrere iranische Marineschiffe, darunter 16 Minenleger, in der Nähe der Straße von Hormus zerstört.
Laut CNN hatte der Iran in den vergangenen Tagen rund ein Dutzend Minen in der für die Schifffahrt wichtigen Meeresenge platziert. Der Sender stützt sich dabei auf Aussagen von ungenannten Informanten. Einer davon sagte demnach, der Iran verfüge noch immer über das Gros seiner kleinen Boote und Minenleger - und könne Hunderte von Minen in der Wasserstraße verlegen.
Ein weiterer dämpfender Faktor für die Ölpreise ist indes die Nachricht des "Wall Street Journal". Denn demnach plant die Internationale Energieagentur offenbar die größte Freigabe von Ölreserven ihrer Geschichte, um die Preisturbulenzen zu beruhigen.
Die Ölpreis-Rally hat deutlich an Schwung verloren. Sollte die Blockade der Straße von Hormus bald enden, dürften die Kurse für Brent, WTI & Co wieder kräftig nachgeben. Je länger sie aber andauert, desto länger klingelt die Kasse kräftig bei Energieriesen wie etwa Chevron, Repsol & Co. Wer hier bereits investiert ist, bleibt mit nachgezogenem Stoppkurs an Bord. Neueinstiege sollten in der aktuellen Lage lediglich sehr Mutige wagen.
Enthält Material von dpa-AFX
Heute, 06:52