Die Stimmung an den Weltbörsen hellte sich zuletzt etwas auf, da auf ein baldiges Ende des Krieges im Iran gehofft wird. Dementsprechend geht es mit den Ölpreisen weiter bergab. So verbilligten sich zuletzt Brent- und WTI-Öl um knapp drei Prozent auf nun 95 beziehungsweise 92 Dollar. US-Präsident Donald Trump erwartet, dass sich der Krieg seinem Ende nähert.
In einem Interview mit dem Sender Fox News äußerte er sich entsprechend optimistisch: "Ich glaube, er ist fast vorbei", sagte er. Er ergänzte: "Ich meine, ich sehe es so, dass er fast vorbei ist." Erste Ausschnitte des Gesprächs hatte Moderatorin Maria Bartiromo bereits vorab über die Plattform X veröffentlicht. Trump betonte, dass der Iran wohl Jahrzehnte benötigen würde, um sich wirtschaftlich und infrastrukturell vom Krieg zu erholen. "Und wir sind noch nicht fertig. Wir werden sehen, was passiert", erklärte er weiter. Gleichzeitig zeigte sich der Präsident überzeugt davon, dass Teheran großes Interesse an einer Einigung habe.
Bereits zuvor hatte Trump angedeutet, dass es in dem festgefahrenen Konflikt möglicherweise bald neue Gespräche geben könnte. Für den Moment gilt eine auf zwei Wochen begrenzte Waffenruhe. Gegenüber der „New York Post“ ließ er durchblicken, dass sich kurzfristig etwas bewegen könnte: In Pakistan "könnte in den nächsten zwei Tagen etwas passieren", sagte er, ohne näher darauf einzugehen.
Indes stimmt offenbar Trumps Aussage, im Zuge der US-Blockade der Straße von Hormus werde kein Schiff mehr die Meerenge passieren, nicht ganz. Denn nach Informationen der Zeitung "Wall Street Journal" haben mehr als 20 Handelsschiffe in den letzten 24 Stunden die Straße von Hormus durchfahren. Hierbei beruft man sich auf US-Regierungskreise. Allerdings sollen auch bereits sechs Schiffe den Anweisungen zur Umkehr gefolgt sein.
US-Vizepräsident JD Vance erklärte nun, dass es Fortschritte bei den Verhandlungen mit dem Iran gibt. Er betonte: "Ich habe ein sehr gutes Gefühl, was unsere Position angeht." Zudem halte die noch eine Woche andauernde zweiwöchige Waffenruhe zwischen den beiden Kriegsparteien.
Die Chancen, dass der Krieg endet, steigen weiter. Daher geben die Ölpreise aktuell wieder nach. Sollte es eine nachhaltige Friedenslösung geben, würde es mit Brent, WTI & Co vermutlich weiter bergab gehen. Denn grundsätzlich sind mehr als ausreichend Förderkapazitäten vorhanden, um die Weltwirtschaft mit Öl zu versorgen, zumal die Ölnachfrage wohl erstmals seit 2020 leicht sinken dürfte. Wer bei Energieaktien wie etwa Chevron investiert ist, kann dabeibleiben, ein Neueinstieg drängt sich aktuell aber nicht auf.
Heute, 06:52