ASML ist nach einem überraschend starken ersten Quartal optimistischer für das Gesamtjahr 2026. Der Chipausrüster hat seine Umsatzprognose angehoben. Konzernchef Christophe Fouquet verwies auf anhaltend hohe Investitionen in KI-Infrastruktur. Der Blick auf das zweite Quartal könnte die Stimmung aber etwas drücken.
AKTIONÄR-Leser wissen: ASML ist das weltweit einzige Unternehmen, das Extrem-Ultraviolett-Lithografieanlagen herstellt – diese werden für die Produktion von Mikrochips mit immer kleineren Strukturen und höherer Leistungsfähigkeit benötigt. Zu den Kunden zählen sämtliche führenden Chiphersteller, darunter Taiwan Semiconductor Manufacturing (TSMC) und Intel. Die Maschinen von ASML sind zudem unverzichtbar für die Herstellung der KI-Beschleuniger von Nvidia, die wiederum das Rückgrat für Training und Betrieb moderner KI-Modelle in Rechenzentren bilden.
Die Wachstumsaussichten der Halbleiterbranche sind ungebrochen. Die Nachfrage nach Chips übersteigt weiterhin das Angebot, entsprechend bleibt der Auftragseingang hoch.
Im ersten Quartal erzielte ASML einen Umsatz von rund 8,8 Milliarden Euro und übertraf damit die Erwartungen der Analysten. Auch die Bruttomarge lag mit 53 Prozent über den Prognosen. Der Gewinn belief sich auf knapp 2,8 Milliarden Euro und blieb damit auf dem hohen Niveau des Vorquartals.
Für das zweite Quartal stellt ASML einen Umsatz von 8,4 bis 9,0 Milliarden Euro sowie eine Bruttomarge von 51 bis 52 Prozent in Aussicht und erwartet damit eine Beruhigung nach dem starken Jahresauftakt. Analysten hatten hier im Schnitt etwas mehr Zuversicht erwartet.
Für das Gesamtjahr wird der Chipausrüster etwas optimistischer und rechnet nun mit einem Umsatz von 36 bis 40 Milliarden Euro, nachdem zuvor 34 bis 39 Milliarden Euro angepeilt worden waren. Die Bruttomarge soll weiterhin bei 51 bis 53 Prozent liegen.
Die strukturellen Trends in der Branche sind intakt. Die Erwartungen an den Jahresauftakt wurden erfüllt. Der KI-getriebene Investitionszyklus sorgt für eine weiterhin ungebrochen hohe Nachfrage. Der vorsichtige Ausblick auf das zweite Quartal könnte sich jedoch kurzfristig als Stimmungsbremse erweisen und ist vermutlich den geopolitischen Risiken sowie möglichen Auswirkungen des „CHIPS Act“ geschuldet. Die Aktie durchläuft derzeit eine Konsolidierung auf hohem Niveau und dürfte diese vorerst fortsetzen. Anleger mit Weitblick bleiben weiter dabei.
Heute, 07:35