Heute kommen die Aktionäre von JPMorgan zu einem kleinen Investorentag zusammen. CEO Jamie Dimon will Investoren erklären, wieso die Ausgabenpläne für 2026 höher als ursprünglich erwartet ausfallen sollen. Das könnte für größere Kursbewegungen bei der Aktie sorgen. Zuletzt fehlte eindeutig der Schwung.
Der Markt wartet heute auf ein Update von Dimon zu den jährlichen Kosten der größten US-Bank. Mit den letzten Quartalszahlen stellte der Vorstand für das laufende Jahr erstmals Kosten von mehr als 100 Milliarden Dollar in Aussicht. Konkret geht es um einen Anstieg von zehn Prozent auf 105 Milliarden Dollar.
Das fällt besonders ins Gewicht, da einheimische Wettbewerber eher versuchen, die Kosten im Griff zu halten. Erst letzten Monat sagte Dimon, er werde „kein Ausgabenziel erfüllen, nur damit Sie uns in zehn Jahren fragen, wie JPMorgan den Anschluss verloren hat“. Bisher konnte JPMorgan seine Ausgabenpläne – darunter Personalaufbau, neue Filialen, Technologie, Marketing und Immobilienkosten – mit seiner hohen Profitabilität rechtfertigen.
Was konkret Dimon den Aktionären heute sagen will, ist unbekannt. In den letzten zehn Jahren nahm JPMorgan deutlich mehr Geld in die Hand als Konkurrenten, um Investitionen in das eigene Geschäft zu stemmen, und erzielte damit dann auch höhere Renditen. Damit verbunden ist auch ein anderes Thema: das überschüssige Kapital.
Derzeit verfügt das größte US-Finanzinstitut über rund 60 Milliarden Dollar mehr an Kapital als die Mindestvorgabe der Aufsicht. Die Trump-Regierung verfolgt eine Deregulierungsagenda für Banken, wodurch zusätzliches Kapital freigesetzt werden dürfte.
Eine überzeugende Präsentation von Jamie Dimon könnte die Aktie endlich aus ihrer Seitwärtsbewegung holen und in den kommenden Tagen am GD50 bei 314,13 Dollar für ein Chartsignal sorgen. Bis dahin drängt sich ein Neueinstieg bei der laufenden Empfehlung nicht auf.
Heute, 10:56