Neustart: Das 100.000 Euro Depot
13.12.2017 Benedikt Kaufmann

An Facebook kommt kein Anleger vorbei

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Facebook
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Als Facebook 2012 an die Börse ging, schaltete der Konzern noch keine Werbung auf Smartphones. Doch CEO Mark Zuckerberg sah die Zukunft seines Konzerns auf mobilen Endgeräten – Facebook solle eine „Mobile First Company“ werden. Heute verdient die US-Firma rund 80 Prozent der Umsätze auf dem Mobile-Markt und verfügt dort über Millionen von Nutzern.

Die Rangliste der Top 10 PlayStore-Apps weltweit zeigt deutlich: Facebook hat – sieht man von vorinstallierten Programmen ab – die stärkste Präsenz auf westlichen Smartphones. WhatsApp, Messenger, Facebook, Instagram und Facebook Lite wurden allein im November rund 213 Millionen Mal heruntergeladen.

Für die Umsätze des Unternehmens ist die Facebook-App am entscheidendsten. Doch auch der Kauf von Instagram macht sich mittlerweile deutlich in der Bilanz bemerkbar. Instagram ist eine kostenlose App, über die sich Fotos und Videos teilen lassen. Im April 2012 übernahm Facebook für eine Milliarde Dollar die damals nur 40 Millionen Nutzer zählende App. Ein Kauf der sich lohnte: Mittlerweile verfügt Instagram über 800 Millionen Nutzer weltweit und erwirtschaftet Jahresumsätze, die um ein Vielfaches höher sind als der ursprüngliche Kaufpreis.

Seit Mitte 2016 gibt es auf Instagram zudem die Möglichkeit gibt einen Business-Account einzurichten. Die Zahl der finanzstarken Firmen-Nutzer steigt deutlich. Mittlerweile sind 25 Millionen Unternehmen auf Instagram aktiv. Verglichen mit anderen sozialen Netzwerken ist die interaktionsrate der Nutzer mit den unterschiedlichen Marken auf Instagram am höchsten. Hinzukommt, dass viele potentielle Käufer von Fashion- und Beauty-Produkten sich über die Foto- und Video-App informieren.

Das lockt selbstverständlich Werbe-Dollar an und hilft Facebook die Plattform weiter zu monetarisieren. Im Jahr 2017 sollen die Umsätze von Instagram auf 5,38 Milliarden Dollar ansteigen – ein unglaubliches Wachstum gegenüber dem Vorjahr von 68 Prozent. Noch sind erst eine Million der 225 Millionen Facebook-Werbekunden auf Instagram aktiv – noch machen die Umsätze erst zehn Prozent der Gesamterlöse aus. Hier ist noch reichlich Potential vorhanden.

Mit Instagram verfügt Facebook über das zweitstärkste soziale Netzwerk der westlichen Welt. Mit WhatsApp den beliebtesten Messaging-Dienst. Während die Monetarisierung von Instagram bereits volle Fahrt aufgenommen hat, bleibt spannend was der Konzern mit WhatsApp plant.

Wer in ein westliches Unternehmen investieren will, das international erfolgreich im Bereich Social Media wirtschaftet, kommt an der Facebook-Aktie nicht vorbei. Unangefochtener Marktführer, anhaltendes Wachstumspotential und ein visionäres Management – das gefällt sowohl Anlegern als auch Analysten. Solange diese Story intakt ist, dürfte die Aktie weiter ihrem langfristigeren Aufwärtstrend folgen. DER AKTIONIÄR setzt das Kursziel auf 170,00 Euro.

Buchtipp: Die Facebook-Gefahr

Facebook ist in die Kritik geraten. Bots, Trolle und Fake News sind Synonyme für die Pro­bleme des Konzerns. Spätestens seit Brexit und Trump sehen Nutzer die Reichweite und die Algorithmen mit Argwohn. Einer von Ihnen: Roger McNamee. Einst stolz darauf, zu den ersten Facebook-Investoren zu gehören, ist der Kapitalgeber und Tech-Experte nun zum scharfen Kritiker geworden. In seinem Buch rechnet er mit Mark Zuckerberg und Sheryl Sandberg ab. Ihre Reaktion auf den Missbrauch des sozialen Netzwerks ist seiner Ansicht nach völlig unzureichend und geht am Kern des Problems vorbei: der Bedrohung unserer demokratischen Grundordnung. „Die Facebook-Gefahr“ ist ein nicht zu überhörender Weckruf – für das Silicon Valley, für die Politik, für uns alle.

Autoren: McNamee, Roger
Seitenanzahl: 400
Erscheinungstermin: 21.11.2019
Format: Hardcover
ISBN: 978-3-86470-662-2