Der Pharma-Konzern Sanofi hat am Donnerstagmorgen einen überraschenden Wechsel an der Spitze des Unternehmens bekanntgegeben. Der scheidende Firmenlenker Paul Hudson wird bereits am 17. Februar seinen letzten Arbeitstag bei den Franzosen absolvieren. Die Nachfolge ist bereits geregelt – ein DAX-CEO folgt auf Hudson.
Auf Vorschlag des Ernennungsausschusses hat der Verwaltungsrat Belén Garijo als neue Vorstandsvorsitzende bestellt. Geplant ist, dass die Managerin nach der Jahreshauptversammlung von Sanofi am 29. April ihre Arbeit an der Spitze des Pharma-Riesen aufnehmen wird.
Die Spanierin ist seit 2011 bei Merck KGaA und wurde 2021 als Firmenlenkerin beim Darmstädter DAX-Konzern bestellt. Ab Mai 2026 übernimmt Kai Beckmann den Posten des CEO bei Merck.
Der Markt hat indes eine klare Meinung zum CEO-Wechsel bei Sanofi: Die Aktie verliert gut fünf Prozent an Wert und nähert sich damit wieder den 52-Wochen-Tiefs an.
Sanofi sieht sich wie viele andere Pharma-Konzerne mit potenziell wegbrechenden Umsätzen zwecks auslaufender Patente bei Blockbustern konfrontiert. Im vergangenen Jahr sorgten die Franzosen mit der Übernahme von Blueprint Medicines für Schlagzeilen. Gut neun Milliarden Dollar hat sich Sanofi die Biotech-Gesellschaft kosten lassen. Sanofi sicherte sich damit den Zugriff auf den Blockbuster-Kandidaten Ayvakit.
Mitte Dezember musste Sanofi indes zwei negative Nachrichten zum Multiple-Sklerose-Hoffnungsträger Tolebrutinib hinnehmen (DER AKTIONÄR berichtete). Auch der Wirkstoff Amlitelimab zur Behandlung von Atopischer Dermatitis (AD) konnte nur gemischte Ergebnisse liefern.
Der Kapitalmarkt nimmt den Chefwechsel bei Sanofi klar negativ auf. Auch charttechnisch gibt der Pharma-Titel derzeit keine gute Figur ab: Im europäischen Pharma-Sektor bleiben Novartis und Astrazeneca die erste Wahl. Wer eher auf eine Sonderstory setzen will, sollte auf die finnische Orion setzen.
Heute, 11:22