Mercedes‑Benz: Gewinneinbruch und weniger Dividende

Mercedes‑Benz: Gewinneinbruch und weniger Dividende
Foto: Bernd Weißbrod/picture alliance/dpa
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Jan-Paul Fóri Heute, 07:20 Jan-Paul Fóri

Der Autobauer Mercedes-Benz hat im abgelaufenen Geschäftsjahr einen deutlichen Gewinneinbruch verzeichnet. Zu den Ursachen zählt unter anderem die gescheiterte Luxusstrategie des Stuttgarter Premiumherstellers. Die Folgen dieser Entwicklung treffen nun auch die Aktionäre: Die Dividende soll gekürzt werden. Entsprechend gerät die Aktie unter Druck.

Es sind Zahlen, die Konzernchef Ola Källenius lieber vermieden hätte. Wie der DAX-Konzern am Donnerstag mitteilte, sank das bereinigte operative Ergebnis (EBIT) im vergangenen Jahr um satte 40 Prozent auf 8,2 Milliarden Euro. Vor allem im einstigen Hoffnungsträger China kam der Motor ins Stocken, während US-Zölle und ein schwacher Dollar die Margen zusätzlich auffraßen.

Besonders schmerzhaft ist der Blick auf die wichtigste Sparte: Das Pkw-Geschäft. Hier sackte die bereinigte operative Marge um 3,1 Prozentpunkte auf nur noch 5,0 Prozent ab. Zwar hatten Analysten mit 4,8 Prozent im Vorfeld sogar noch etwas Schlimmeres befürchtet, doch von den einstigen Rendite-Träumen der „Luxury First“-Strategie ist Mercedes-Benz aktuell meilenweit entfernt.

Der Gesamtumsatz sank um 9,2 Prozent auf rund 132 Milliarden Euro, während das Konzernergebnis mit 5,3 Milliarden Euro fast um die Hälfte einbrach. Ein wesentlicher Faktor waren hierbei auch die Kosten für den laufenden Stellenabbau, die das Ergebnis kurzfristig belasten.

Dividende gekappt

Für die erfolgsverwöhnten Anleger, die Mercedes vor allem wegen der attraktiven Ausschüttungen im Depot haben, folgt die Quittung prompt: Die Dividende soll von 4,30 Euro auf 3,50 Euro gekürzt werden. Angesichts des massiven Gewinnrückgangs war dieser Schritt zwar von einigen Analysten erwartet worden, er unterstreicht jedoch die aktuelle Schwächephase des Autobauers.


Anleger, die auf eine schnelle Besserung im neuen Jahr gehofft hatte, werden ebenfalls enttäuscht. Mercedes-Benz geht mit einer defensiven Prognose in das laufende Geschäftsjahr. In der Pkw-Sparte wird lediglich mit einer Marge zwischen drei und fünf Prozent gerechnet – im Worst Case droht also eine weitere Verschlechterung. Erst im Jahr 2027 will CEO Ola Källenius wieder zweistellige Margen in Angriff nehmen. Zum Vergleich: Analysten hatten für 2026 bisher einen Wert von 5,8 Prozent auf dem Zettel.

Einziger Lichtblick: Das EBIT soll im neuen Jahr wieder „deutlich ansteigen“, da die hohen Einmalkosten für den Jobabbau wegfallen und erste Sparmaßnahmen greifen. Dennoch bleibt der Cashflow unter Druck: Der freie Mittelzufluss (Free Cash Flow) im Industriegeschäft, eine der wichtigsten Kennzahlen für die Dividendenfähigkeit, sackte bereits im Vorjahr von 9,2 auf 5,4 Milliarden Euro ab und soll im neuen Jahr sogar noch einmal leicht fallen.

Mercedes-Benz (WKN: 710000)

Der Stern glänzt nicht mehr. Der Gewinneinbruch kommt jedoch nicht überraschend. Anleger bleiben vorerst an Bord und beachten den Stoppkurs.

Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Mercedes-Benz.

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