Thyssenkrupp rutscht tiefer in die roten Zahlen. Im ersten Quartal 2025/26 summierte sich der Nettoverlust auf 353 Millionen Euro – nach minus 51 Millionen im Vorjahr. Haupttreiber sind massive Umbaukosten in der Stahlsparte, die allein mit 401 Millionen Euro zu Buche schlugen. Statt des erwarteten Gewinns steht damit ein deutliches Minus.
Der Konzern hält dennoch an seiner Jahresprognose fest und rechnet weiter mit einem Fehlbetrag zwischen 400 und 800 Millionen Euro. Hintergrund sind unter anderem hohe Rückstellungen, etwa für Abfindungen bei Steel Europe. Dort sollen perspektivisch bis zu 11.000 der 26.000 Stellen wegfallen oder ausgelagert werden. Parallel laufen intensive Prüfungen für einen möglichen Verkauf an Jindal Steel International. Frühere Lösungsansätze – Börsengang, Joint Venture oder Verkauf – waren gescheitert. Auch der Ausstieg beim Stahlhersteller HKM dürfte einen Verlust im niedrigen bis mittleren dreistelligen Millionenbereich verursachen.
Konzernweit legte das bereinigte Ebit um zehn Prozent auf 211 Millionen Euro zu und fiel damit sogar etwas besser aus als erwartet. Der Umsatz sank hingegen um acht Prozent auf rund 7,2 Milliarden Euro, der Auftragseingang brach um 38 Prozent ein – auch wegen starker Vorjahreswerte bei TKMS.
„Trotz marktbedingter Umsatzrückgänge haben wir das bereinigte Ebit gesteigert – ein klares Zeichen für die Fortschritte bei Effizienz, Kosten und Struktur", kommentierte Konzernchef Miguel López.
Die Aktie von Thyssenkrupp reagiert am frühen Morgen mit einem deutlichen Minus auf die Zahlen. Auf der Handelsplattform Tradegate verliert das Papier knapp vier Prozent auf 11,82 Euro. In den vergangenen Monaten hatte die Aktie aber auch eine extrem starke Aufholjagd hingelegt. Thyssenkrupp ist mit dem Umbau auf dem richtigen Weg. Doch auch das Unternehmen muss dies in Zukunft auch mit Zahlen untermauern. Anleger warten ab.
Heute, 08:31