KI‑Zoff wegen WhatsApp: EU setzt Meta unter Druck

KI‑Zoff wegen WhatsApp: EU setzt Meta unter Druck
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Meta Platforms Inc. -%
Jan-Paul Fóri Heute, 15:02 Jan-Paul Fóri

Der nächste Konflikt zwischen Brüssel und dem Zuckerberg-Imperium ist eröffnet. Dieses Mal droht die EU-Kommission dem US-Konzern Meta mit einstweiligen Zwangsmaßnahmen wegen der Integration von KI in WhatsApp. DER AKTIONÄR beleuchtet die Vorwürfe.

Die Anschuldigung wiegt schwer: Nach vorläufigen Ergebnissen einer Untersuchung verstößt Meta aus Sicht der Wettbewerbshüter gegen europäisches Wettbewerbsrecht. Der Konzern gewähre konkurrierenden KI-Anbietern keinen Zugang zu WhatsApp – einem der wichtigsten Kommunikationskanäle weltweit. Damit werde potenziellen Rivalen der Markteintritt oder die Expansion erheblich erschwert. Meta behindere nach Auffassung der EU-Kommission aktiv den Wettbewerb im boomenden Markt für KI-Assistenten.

WhatsApp nur noch mit Meta-KI?

Grund für die Aufregung war eine Ankündigung aus dem Oktober: Meta untersagte KI-Anbietern, WhatsApp als Kommunikationskanal zu nutzen, sofern KI ihr primäres Produkt ist. Die Folge aus Sicht der EU-Kommission: Nutzerinnen und Nutzer hätten faktisch nur noch Zugriff auf Metas eigene Lösung „Meta AI“.

Der hauseigene KI-Chatbot kann Texte verfassen, übersetzen, zusammenfassen und Fragen beantworten – ähnlich wie ChatGPT, Gemini oder andere bekannte Modelle. Eingebunden ist die KI direkt in WhatsApp, wo Nutzer einen separaten Chat mit dem Assistenten starten können. Genau diese exklusive Platzierung sieht Brüssel kritisch.

EU warnt vor „schwerem und irreparablem Schaden“

Die Wettbewerbshüter sprechen von einem möglichen „schweren und irreparablen Schaden“ für den Markt. EU-Wettbewerbskommissarin Teresa Ribera machte deutlich, dass man nicht zulassen werde, dass dominante Tech-Konzerne ihre Marktmacht missbrauchen, um sich unfaire Vorteile zu verschaffen. Ziel möglicher Zwangsmaßnahmen wäre es, den Zugang für konkurrierende KI-Anbieter wiederherzustellen.

Wie ein solches Eingreifen konkret aussehen könnte, ist bislang offen. Klar ist aber: Meta hat zunächst die Möglichkeit, sich zu verteidigen oder Anpassungen vorzunehmen und damit ein direktes Eingreifen abzuwenden. Die Untersuchung ist noch nicht abgeschlossen, eine feste Frist gibt es nicht. Meta sieht dagegen keinen Handlungsbedarf: KI-Angebote seien über zahlreiche Kanäle verfügbar – von App-Stores über Betriebssysteme bis hin zu Websites und Industriepartnerschaften. Die EU überschätze die Bedeutung von WhatsApp als Vertriebskanal für KI-Chatbots, ließ ein Unternehmenssprecher verlauten.

Meta (WKN: A1JWVX)

Trotz neuer regulatorischer Störfeuer am Horizont können Anleger gelassen bleiben. Alle bisherigen Versuche, Meta zu schwächen, sind ins Leere gelaufen – und daran dürfte sich so schnell nichts ändern. Die Aktie bleibt ein klarer Kauf.

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