Die UniCredit hat heute Morgen überraschend starke Zahlen vorgelegt. CEO Andrea Orcel stellt nun höhere Ausschüttungen in den Fokus der Strategie, was die kommenden Jahre betrifft. Zudem gibt es neue Aussagen zur Commerzbank-Beteiligung und einer möglichen Übernahme. Aber auch anderswo dürften sich die Italiener derzeit nach Zielen umschauen.
Mit 10,6 Milliarden Euro Nettogewinn übertraf die UniCredit erneut die Erwartungen der Analysten und machte noch mehr Überschuss als im Vorjahr. Doch Orcel will in Zukunft noch höher hinaus. In zwei Jahren wollen die Italiener rund 13 Milliarden Euro einfahren. Im laufenden Jahr peilen sie etwa elf Milliarden Euro ein.
Überraschend kommt indes eine deutliche Erhöhung der Ausschüttungen an Aktionäre: In Zukunft sollen 80 Prozent der Gewinne als Bardividenden und Aktienrückkäufe an Anteilseigner fließen. Das gilt ab diesem Jahr bis 2030 und schließt den Abbau von 4,5 Milliarden Euro überschüssigem Eigenkapital mit ein. In Summe sollen in den nächsten fünf Jahren 50 Milliarden Euro ausgeschüttet werden.
Das bedeutet allerdings nicht, dass sich die UniCredit bei Zukäufen nun zurückhalten dürfte. Die Commerzbank ist immer noch von Interesse, es besteht eine Beteiligung von 29 Prozent. Im Podcast In Good Company sagte Orcel kürzlich: „Möglicherweise ergibt sich zu einem späteren, nicht näher definierten Zeitpunkt die Option, die Beteiligung in eine kombinierte Struktur zu überführen.“ Derzeit dürfte das aber aufgrund des Commerzbank-Kurses schlichtweg zu teuer und damit nicht profitabel sein.
In Italien selbst dreht sich indes das Übernahmekarussell weiter. Und dabei könnte die UniCredit nach mehreren Übernahmen in den letzten Jahren erneut eine führende Rolle übernehmen. Nachdem die Regierung letztes Jahr eine Fusion mit der Banco BPM untersagte, halten sich nun hartnäckige Gerüchte, dass die Mailänder Gespräche mit dem Versicherer Generali führen würden oder gleich deren Großaktionär Banca Monte dei Paschi übernehmen wollten.
UniCredit ist weiterhin rasant unterwegs und strebt nach den Zahlen nun wieder nach oben. Die Strategie bis 20230 überzeugt mit hohen Ausschüttungen. Die Bewertung ist mit einem für 2026 erwarteten KGV von 11 knapp unter der Peergroup. Daher können Anleger die Papiere noch einsammeln.
Heute, 09:20