Dritter Verlusttag in Folge an den US-Börsen. Brent-Öl verteuert sich auf mehr als 101 Dollar. Die Rendite 30-jähriger US-Staatsanleihen stieg auf den höchsten Stand seit 2007. Zehnjährige Treasuries erreichten mit 4,857 Prozent den höchsten Stand seit November 2023. Der Druck auf Aktien nimmt zu. Selbst Apples größter iPhone-Umbau seit Jahren liefert am Ende kaum Impulse.
Der Dow Jones Industrial sank um 0,77 Prozent auf 52.380 Punkte. Der S&P 500 verlor 0,48 Prozent auf 7.636 Zähler. Der Nasdaq-100 gab 0,29 Prozent auf 29.421 Punkte nach.
Für alle drei großen Indizes war es der dritte Verlusttag in Folge.
Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen stieg zeitweise auf den höchsten Stand seit Ende 2023. Auslöser war unter anderem die Ankündigung des US-Finanzministeriums, die Rückkäufe länger laufender Staatsanleihen auf bis zu sechs Milliarden Dollar zu erhöhen. Einige Anleger hatten allerdings mit einem noch größeren Volumen von sieben oder acht Milliarden Dollar gerechnet. Die Enttäuschung darüber ließ die Renditen weiter steigen. Höhere Anleiherenditen machen festverzinsliche Papiere attraktiver und erhöhen zugleich den Bewertungsdruck auf Aktien.
Ölpreis über 100 Dollar
Zusätzlichen Druck erzeugte der Ölmarkt. Der Preis für die Nordseesorte Brent stieg um 3,36 Prozent auf 101,21 Dollar je Barrel. US-Öl der Sorte WTI verteuerte sich um 3,25 Prozent auf 96,05 Dollar. Beide Sorten erreichten damit den höchsten Schlusskurs seit Mai.
Hinter dem Anstieg stehen die zunehmenden Spannungen zwischen den USA und dem Iran. Anleger sorgen sich über mögliche Störungen bei den Energieexporten aus dem Nahen Osten. Ein dauerhaft höherer Ölpreis könnte die Inflation erneut anheizen. Das würde den Spielraum der US-Notenbank bei der Geldpolitik einschränken.
Im Nasdaq war Datadog schlussendlich knapp vor Meta die stärkste Aktie des Tages. Im Dow konnte sich IBM an die Spitze setzen. Konkrete Unternehmensnews gab es nicht. Chevron belegte hinter IBM den zweiten Platz; hier spielte natürlich der Ölpreis eine Rolle für die Kursgewinne.
Am Donnerstag stehen die Erzeugerpreise für August auf dem Kalender, am Freitag folgt der Verbraucherpreisindex. An den Terminmärkten wird eine Zinserhöhung bei der Sitzung am 15. und 16. September derzeit mit einer Wahrscheinlichkeit von rund 60 Prozent eingepreist. Es wäre die erste Anhebung seit drei Jahren.
Apple: Falt-iPhone sorgt kaum für Bewegung
Bei Apple stand die mit Spannung erwartete Produktpräsentation im Mittelpunkt. Der Konzern stellte mit dem iPhone Duo sein erstes faltbares Smartphone vor. Aufgeklappt bietet es ein 7,6 Zoll großes Display. Dazu kommt ein 5,4 Zoll großes Außendisplay.
Mit einem Einstiegspreis von 1.999 Dollar ist das Duo das teuerste iPhone aller Zeiten. Die Speichervariante mit zwei Terabyte kostet 3.199 Dollar. Vorbestellungen sind ab dem 16. Oktober möglich. Ab dem 23. Oktober soll das Gerät in mehr als 70 Ländern erhältlich sein.
Apple setzt damit auf eine neue Geräteklasse, die vor allem von Samsung geprägt wurde. Konzernchef John Ternus, der erst am 1. September die Führung übernommen hat, betonte die stabilere Bauweise und die weniger sichtbare Falte im Display. Die Software soll zudem stärker auf die Möglichkeiten des großen Bildschirms zugeschnitten sein.
An der Börse löste die Präsentation allerdings kaum Bewegung aus. Zwischenzeitlich lag die Apple-Aktie deutlich im Minus. Sie ging schließlich mit einem Minus von 0,28 Prozent bei 315 Dollar aus dem Handel. Der wichtigste Produktumbau seit Jahren war weitgehend erwartet worden. Eine kräftige Neubewertung blieb aus.
Analysten bewerten das Gerät grundsätzlich positiv. Gerechnet wird für das erste Jahr mit rund 14 Millionen verkauften Exemplaren. Beim Preis von 1.999 Dollar entspräche das einem Umsatzpotenzial von etwa 28 Milliarden Dollar. Gleichzeitig bleibt die Marge ein Thema. Die aufwendige Fertigung eines faltbaren Smartphones könnte die Profitabilität belasten.
Auch bei den klassischen iPhone-Modellen hob Apple die Preise an. Das iPhone 18 Pro kostet künftig 1.199 Dollar, das Pro Max 1.299 Dollar. Beide Varianten starten mit 256 Gigabyte Speicher und sollen ab dem 18. September verkauft werden. Die neuen AirPods 5 kommen für 129 beziehungsweise 149 Dollar auf den Markt. Apple präsentierte zudem neue Versionen der Apple Watch.
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