Die Wall Street steht am Mittwoch vor dem nächsten Rückschlag. Nach einem schwachen Dienstag geben die US-Futures vorbörslich weiter nach. Der Dow-Jones-Future verliert mehr als 400 Punkte, der Ölpreis steigt wegen der eskalierenden Spannungen zwischen den USA und dem Iran erstmals seit Juli über die Marke von 100 Dollar. Anleger fürchten neue Versorgungsrisiken und anhaltenden Inflationsdruck.
Der Future auf den Dow Jones Industrial Average verliert vorbörslich rund 404 Punkte oder 0,8 Prozent. Der S&P-500-Future gibt 0,5 Prozent nach, der Nasdaq-100-Future liegt 0,7 Prozent im Minus.
Auslöser ist erneut der Ölpreis. Die Notierung für Brent steigt um mehr als zwei Prozent und überschreitet erstmals seit Juli die Marke von 100 Dollar je Barrel. Zuletzt kostet ein Barrel der Nordseesorte rund 100,44 Dollar. West Texas Intermediate, der US-Referenzpreis, verteuert sich um gut zwei Prozent auf knapp 95 Dollar.
US-Iran-Konflikt verschärft sich
Die Ölpreise reagieren auf die zunehmenden Spannungen zwischen den USA und dem Iran. Nach Angaben des US-Zentralkommandos zerstörte das US-Militär gestern fünf iranische Öltanker. Vorausgegangen waren demnach Angriffsversuche auf ein amerikanisches Kriegsschiff. Verletzte gab es laut der US-Armee nicht.
Der Konflikt zwischen Washington und Teheran dauert inzwischen sieben Monate. Nachdem die militärischen Aktionen rund einen Monat pausiert hatten, flammten die Angriffe Ende August wieder auf. Vor allem die Sicherheit des Schiffsverkehrs im Nahen Osten rückt damit erneut in den Fokus. Störungen bei Transportwegen und Lieferungen könnten die Energiepreise weiter antreiben.
Goldman Sachs hält in einem solchen Szenario einen Anstieg des Brent-Preises über 120 Dollar für möglich.
Zusätzlicher Druck kommt vom erneut eskalierenden Handelsstreit mit Kanada. Seit Dienstag erhebt Ottawa Gegenzölle von 15 bis 50 Prozent auf US-Waren im Wert von 27,6 Milliarden kanadischen Dollar. Der Schritt folgte auf neue US-Zölle von 50 Prozent auf bestimmte kanadische Produkte.
Apple und Signale für die Fed
Am Donnerstag und Freitag stehen neue Daten zu den Erzeuger- und Verbraucherpreisen an. Sie könnten entscheidend dafür sein, ob die Fed die Zinsen anhebt oder zunächst unverändert lässt. Weitere wichtige Konjunkturdaten oder große Quartalsberichte sind für Mittwoch hingegen nicht angekündigt.
Vor dem Handelsstart sorgen heute zudem bereits einige Einzelwerte für Bewegung. Die Aktie von Mission Produce legt vorbörslich rund 7,5 Prozent zu. Der Avocado-Produzent übertraf im dritten Geschäftsquartal sowohl beim bereinigten Gewinn je Aktie als auch beim Umsatz die Erwartungen der Analysten.
Die Apple-Aktie gibt leicht nach. Anleger warten auf eine Produktveranstaltung des iPhone-Konzerns. Erwartet werden neue iPhone-Modelle, darunter möglicherweise auch ein faltbares Gerät.
Deutlich stärker steigt die Aktie von Signet Jewelers. Sie gewinnt vorbörslich rund 17 Prozent. Der Schmuckhändler meldete für das zweite Quartal einen bereinigten Gewinn je Aktie von 2,19 Dollar. Die Analystenschätzung lag bei 1,74 Dollar. Zudem hob das Unternehmen seine Gewinnprognose für das Gesamtjahr an.
Nach enttäuschenden Details zum Quartalsbericht verliert Casey’s General Stores mehr als zehn Prozent. Zwar übertraf die US-Supermarktkette die Erwartungen bei Umsatz und bereinigtem Gewinn. Das Wachstum der vergleichbaren Filialumsätze fiel jedoch schwächer aus als im Vorjahr. Auch bei zubereiteten Speisen, Getränken, Lebensmitteln, allgemeinen Waren und verkauften Kraftstoffmengen blieb Casey’s hinter den Schätzungen zurück.
Heute, 15:22
Bei Google bevorzugen