Um 19:00 Uhr deutscher Zeit beginnt in Cupertino die erste Keynote unter dem neuen Konzernchef John Ternus, der Tim Cook am 1. September abgelöst hat. Unter dem Titel „Surprise and shine“ zeigt Apple das iPhone 18 Pro, das iPhone 18 Pro Max und das erste faltbare iPhone, dazu neue Uhren und Kopfhörer; das gewöhnliche iPhone 18 folgt erst im Frühjahr 2027. Die Aktie notiert bei rund 320 Dollar, gut fünf Prozent unter ihrem Rekord vom 27. Juli. Für sie zählt an diesem Tag aber eine Zahl aus dem Kleingedruckten des letzten Quartalsberichts.
Nicht das Faltgerät entscheidet über den Herbst der Apple-Aktie, sondern der Preis für Speicherchips. Diese Zahl stand nicht in der Einladung, sondern im Quartalsbericht vom 30. Juli. Für das laufende Schlussquartal stellt Apple eine Bruttomarge von 47 bis 48 Prozent in Aussicht – nach 50,1 Prozent im Juniquartal. Finanzchef Kevan Parekh war auf der Telefonkonferenz unmissverständlich: Die Speicherkosten erklärten mehr als den gesamten Margenrückgang, alle übrigen Posten wirkten sogar entlastend.
Apple: Der Margenmechanismus
Der Kostenblock, der die Marge drückt, sitzt in der Stückliste jedes einzelnen Geräts. Apple bezieht Arbeitsspeicher und Flash-Speicher auf demselben Markt, auf dem die Betreiber von KI-Rechenzentren derzeit jede freie Kapazität binden. Steigende Kontraktpreise treffen damit nicht ein Segment, sondern die gesamte Hardware. Langfristverträge und eingelagerte Ware verzögern den Durchschlag, sie verhindern ihn nicht – sie verschieben ihn in die kommenden Quartale.
Der Maßstab: In den ausgewiesenen 50,1 Prozent steckten rund zwei Punkte aus Zollrückerstattungen. Bereinigt geht es gegenüber der Prognose um einen knappen halben Punkt, gegenüber dem berichteten Niveau um gut zweieinhalb. Auf einen Quartalsumsatz von zuletzt 109,42 Milliarden Dollar kostet jeder Prozentpunkt Marge rund 1,09 Milliarden Dollar Rohertrag. Im Vorjahres-Septemberquartal lag die Bruttomarge bei 47,2 Prozent – Apple kehrt also auf das Niveau vor den Zollerstattungen zurück, diesmal getrieben von den Einkaufspreisen.
Apple: Drei Termine, die zählen
- Heute Abend, 19:00 Uhr: Die Einstiegspreise zeigen, ob Apple die höheren Speicherkosten weiterreicht oder selbst trägt.
- 12. und 18. September: Vorbestellung und Verkaufsstart. Die Lieferzeiten im Onlineshop sind das erste harte Nachfragesignal, besonders beim Faltgerät.
- Ende Oktober: Das Geschäftsjahr endet am 26. September, wenige Wochen später kommen die Zahlen. Dann zeigt sich, ob die Bruttomarge im Korridor von 47 bis 48 Prozent landet und den Ausblick für das Weihnachtsquartal.
Apple wird heute Abend die begehrlichsten Geräte seiner Geschichte zeigen und trotzdem ein Stück weniger an ihnen verdienen. Die Produktseite war selten stärker, die Kostenseite selten unangenehmer.
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Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Apple.
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