Die Wall Street hat nach dem verlängerten Wochenende erneut nachgegeben. Steigende Ölpreise verschärfen die Inflationssorgen, während die Renditen am Anleihemarkt anziehen und die Erwartungen an die US-Notenbank kippen. Inmitten des nervösen Handels rückt ein Dow-Schwergewicht mit einem besonders deutlichen Kursverlust in den Mittelpunkt. Dazu kommen starke Halbleiterwerte und ein wichtiger Termin.
Nach dem verlängerten Labor-Day-Wochenende ist die Wall Street schwach in die neue Handelswoche gestartet. Der Dow Jones Industrial verlor 1,18 Prozent auf 52.786 Punkte. Für den Leitindex war es der zweite Verlusttag in Folge. Der S&P 500 gab 0,58 Prozent auf 7.673 Zähler nach. Der Nasdaq 100 büßte 0,12 Prozent auf 29.507 Punkte ein.
Für Unruhe sorgten vor allem die weiter steigenden Ölpreise. Die Nordseesorte Brent verteuerte sich auf mehr als 98 Dollar je Barrel. Der Preis für US-Öl der Sorte WTI legte den sechsten Handelstag in Folge zu. Berichte über neue Militärschläge und Angriffe auf Energieinfrastruktur im Konflikt zwischen den USA und dem Iran verschärften die Sorgen über mögliche Lieferengpässe.
Damit rückt die Inflationsentwicklung wieder stärker in den Mittelpunkt. Am Donnerstag werden in den USA die Erzeugerpreise für August veröffentlicht, am Freitag folgen die Verbraucherpreise. Die Daten dürften maßgeblich beeinflussen, wie die Anleger auf den Zinsentscheid der US-Notenbank am 15. und 16. September blicken.
Die Terminmärkte preisten zuletzt eine Wahrscheinlichkeit von rund 59 Prozent für eine Zinserhöhung um 0,25 Prozentpunkte ein. Höhere Energiepreise könnten die Inflation erneut antreiben und der Fed den Spielraum für eine Zinspause nehmen. Zugleich zogen die Renditen am Anleihemarkt an. Die Rendite zweijähriger US-Staatsanleihen erreichte den höchsten Stand seit Januar 2025.
Der Dow-Verlierer
Besonders hart traf es die Amgen-Aktie. Der Titel verlor rund zehn Prozent und war damit der schwächste Wert im Dow Jones. Auslöser war unter anderem eine Abstufung durch BMO Capital Markets. Die Analysten senkten ihre Einschätzung von „Kaufen“ auf „Halten“. Die starke operative Entwicklung nach dem Kursanstieg von 34 Prozent seit Jahresbeginn sei bereits weitgehend eingepreist, hieß es. Das Kursziel beließ BMO bei 450 Dollar (Chart unten in Euro).
Zusätzlichen Druck auf Biotech-Werte erzeugte ein weiterer Rückschlag bei Novartis in der klinischen Entwicklung. Die Aktie des Schweizer Pharmakonzerns geriet nach dem dritten Studienrückschlag innerhalb einer Woche ebenfalls unter Druck.
Chip-Aktien trotzen der Schwäche
Gegen den allgemeinen Trend entwickelten sich viele Halbleiterwerte. AMD stieg beispielsweise um 5,9 Prozent und Broadcom verbesserte sich um rund drei Prozent.
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