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Volkswagen: Osnabrück wird Rüstungsstandort – Lösung für alle VW‑Werke?

Volkswagen: Osnabrück wird Rüstungsstandort – Lösung für alle VW‑Werke?
Foto: Suzanne Plunkett/REUTERS
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Jan-Paul Fóri Heute, 09:04 Jan-Paul Fóri
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Volkswagen findet für sein Werk in Osnabrück eine ungewöhnliche Lösung: Statt Autos sollen dort künftig Komponenten für die Luftverteidigung produziert werden. Doch kann dieses Modell auch die anderen deutschen VW-Werke retten? Die Antwort dürfte ernüchternd ausfallen. Auch die Performance der VW-Vorzugsaktie lässt zu wünschen übrig.

  • Rüstung statt Autos: In Osnabrück sollen künftig Komponenten für Luftverteidigungssysteme gefertigt werden.
  • Rafael als Ankerkunde: Der israelische Rüstungskonzern will gemeinsam mit dem Investor Aurelius Capital einen neuen Produktionsstandort aufbauen.
  • Keine Blaupause: Für die übrigen VW-Werke fehlen entscheidende Voraussetzungen – vor allem konkrete Abnehmer und passende Produktionsstrukturen.

Volkswagen macht aus der Not eine Tugend. Wenn im Sommer 2027 in Osnabrück die Produktion des T-Roc Cabriolets endet, sollen dort künftig keine Autos mehr gebaut werden. Stattdessen soll der Standort zu einem Kompetenzzentrum für Sicherheits- und Verteidigungslösungen werden.

Israelis kaufen VW-Werk in Osnabrück

Dafür übernimmt der israelische Investor Aurelius Capital die Mehrheit an der Volkswagen Osnabrück GmbH. Das Land Niedersachsen beteiligt sich mit rund 20 Prozent. Volkswagen selbst zieht sich als Eigentümer zurück. Als Ankerkunde ist Rafael Advanced Defense Systems vorgesehen. Der israelische Rüstungskonzern ist unter anderem für das Luftverteidigungssystem Iron Dome bekannt.

Etliche Arbeitsplätze vorerst gesichert

Geplant ist die Fertigung von Systemen und Komponenten für Luftverteidigungsanlagen in Deutschland und Europa. Berichten zufolge geht es zunächst unter anderem um Trägerfahrzeuge, Startsysteme und Generatoren. Für Osnabrück ist das ein Befreiungsschlag. Rund 1.400 der derzeit etwa 1.800 Beschäftigten sollen eine Zukunft in der neuen Gesellschaft erhalten. Für rund 1.200 Arbeitsplätze ist eine Beschäftigungssicherung bis Ende 2029 vorgesehen.  

Doch für Volkswagen stellt sich eine viel größere Frage: Kann dieses Modell auch an anderen Standorten funktionieren?

Warum der Switch auf Rüstung in Osnabrück überhaupt funktioniert

Osnabrück bringt einiges mit, was für eine solche Umnutzung benötigt wird. Der Standort verfügt über jahrzehntelange Erfahrung in der industriellen Fertigung, qualifizierte Mitarbeiter und eine bestehende Infrastruktur. Auf der anderen Seite steht mit Rafael ein konkreter Abnehmer bereit. Der Rüstungskonzern will seine Präsenz in Deutschland und Europa ausbauen und hat ein Interesse daran, Teile der Produktion hierzulande anzusiedeln. Damit passen Angebot und Nachfrage zusammen: VW hat freie industrielle Kapazitäten, Rafael braucht Produktionsmöglichkeiten. 

Hinzu kommt die politische Unterstützung. Deutschland will seine Verteidigungsindustrie stärken und unabhängiger von ausländischen Lieferketten werden. Niedersachsen wiederum hat ein großes Interesse daran, die industrielle Basis und Arbeitsplätze in Osnabrück zu erhalten. Genau diese Kombination dürfte allerdings schwer zu wiederholen sein.

Kein Blaupause für Emden, Zwickau und Neckarsulm

Osnabrück zeigt, dass sich freie Kapazitäten aus der Autoindustrie durchaus für die Rüstungsbranche nutzen lassen. Auch Zulieferer ziehen bereits nach: Aumovio hat Kapazitäten an Rheinmetall abgegeben. Doch das Modell ist kein Selbstläufer. Es braucht passende Infrastruktur, konkrete Aufträge und einen Abnehmer. Der Rüstungsboom allein wird die Überkapazitäten bei Volkswagen daher nicht auffangen. Osnabrück ist deshalb keine Blaupause für die drei anderen betroffenen VW-Werke in Emden, Neckarsulm und Zwickau. Dort muss Volkswagen andere Lösungen finden.

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DER AKTIONÄR 37/2026
Quelle: Börsenmedien AG

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