Knallharte Abrechnung mit ängstlichen Politikern und Warnung vor Autoaktien. Dr. Conny Boersch hat in hunderte Firmen investiert und ein Dutzend an die Börse gebracht. Jetzt sagte er: Der operative KI-Trend für Firmen wie Nvidia und AMD beginnt erst.
Im neuen AKTIONÄR TV sagt Dr. Boersch: „Wir sind in einer exponentiellen Entwicklung. Ehrlich gesagt ist mit KI noch gar nicht viel passiert – für die meisten ist ChatGPT ein Gadget. Die Massenanwendung in Unternehmen hat noch nicht stattgefunden. Wir kommen in eine General AI mit allen Risiken, die damit verbunden sind. Wann wird die KI versuchen, uns Menschen zu dominieren? Genau das diskutieren wir im Vatikan seit zwei Jahren – primär die Gefahren, weniger die Chancen. Und die Wissenschaftler sind sich einig: Die Gefahren sind unglaublich hoch – und für uns Europäer sind sie sogar doppelt so groß. Warum? Weil wir keine eigene KI haben – nur die Amerikaner und Chinesen. Schon vor einem Jahr haben wir dies diskutiert – jetzt sehen wir es am Beispiel Claude in den USA. Wir werden zunehmend zu Milchkühen der Amerikaner, die ihr investiertes Geld irgendwann zurückwollen.“
Er hat den Höhenflug und den schnellen Crash zur Jahrtausendwende am Neuen Markt als Gründer des Chip-Händlers ACG hautnah miterlebt und hat ein Gespür für Trends. Wie weit ist die Künstliche Intelligenz schon? „KI ist ein Megatrend, ein Dauertrend, der lange anhalten wird. Korrekturen werden kommen – ich erinnere mich, nach 2000 kamen alle Investoren zu mir und sagten: Conny, ich habe dir doch erzählt, dass das Internet nur eine vorübergehende Geschichte ist. Genauso wird es auch diesmal kommen. KIs werden jetzt entwickelt, um andere KIs zu bekämpfen. Die 500 Milliarden, die heute eine KI kostet, werden auf 50 oder 100 Milliarden fallen. Dann besteht die Gefahr, dass auch Gangster und Schurkenstaaten Zugriff bekommen.“
Konkret: Wie sieht er deutsche Firmen aufgestellt? „Ich bin stolz, dass es die Firma SAP gibt – sehe aber wirklich keine Chance, dass sie sich auf Dauer so pivotieren kann, dass sie es schafft. Oracle hat gerade massiv Leute entlassen – das werden wir bei SAP auch sehen. Sie wird die Innovationsgeschwindigkeit nicht halten und die Mittel anderer Konzerne nicht haben.“
Nach einer Anspielung auf den neuen Top-Tipp im AKTIONÄR Hot Stock Report, der Strom für KI liefert und den 1.000-Prozent-Depot-2030-Highflyer Nvidia, sagte Dr. Boersch: „Den Stromversorger nehme ich sofort. KI braucht Strom. Nvidia: Wahnsinn, hat sich fantastisch entwickelt.“ Wovor warnt er? Automobilhersteller wären eine der wenigen Aktien, bei denen ich trotz niedriger Bewertung short gehen würde. So gerne ich Mercedes, Porsche oder BMW fahre – ich sehe nicht, wie diese Firmen in zehn Jahren mit ihrem aktuellen Geschäftsmodell noch überleben sollen.“
"Nonsens ESG-Diskussionen"
Das Problem der deutschen Industrie ist zu großen Teilen eine falsche Wirtschaftspolitik. Im AKTIONÄR TV rechnet Dr. Boersch mit dem politischen Berlin ab: „Gutes wollen und Gutes machen sind zwei verschiedene Dinge. Die ganze ESG-Diskussion war totaler Nonsens. Ich glaube, dass wir die Umwelt nur durch Technologie schützen können, mit echten Anreizen – nicht so, wie es jetzt mit Regulierung gemacht wird. Die Welt ist, wie sie ist; wer sie nicht annimmt, fällt hinten runter. Wenn du nicht mehr am Tisch sitzt, stehst du auf der Speisekarte – genau das passiert den Europäern gerade.
Gut gemeint von den Grünen und anderen – will ich niemandem absprechen –, aber leider absoluter Niedergang. Stellen wir uns vor, der FC Bayern würde die Spielergehälter auf 10.000 Euro festsetzen – wie lange bliebe er in der Champions League? Bis in die Kreisklasse. Genau das ist unser Berlin-Problem.“
Strom teuer und schmutziger als in Frankreich
Auch zur Energiewende hat er eine klare Meinung: „Solar und Wind: gut gemeint. Hätten wir dieses Geld in KI gesteckt, wären wir heute zehnmal weiter – und wir brauchen die Gas- und Kohlekraftwerke trotzdem in gleicher Zahl, weil Sonne und Wind nicht immer da sind. Merkel hat uns mit dem Atomausstieg eine Generationsentscheidung um die Ohren gehauen, deren Kosten wir heute noch tragen. Nicht falsch verstehen - Ich bin genauso für den Umweltschutz wie jeder andere – aber bei den Mitteln sind 20 Jahre Fehlentscheidungen aufgelaufen.“
„Es ist dramatisch“
Die Stagnation der heimischen Wirtschaft hat einen Grund: „Wir haben ein Erkenntnisproblem. Ich denke, wenn die Leute wüssten, wie dramatisch es ist, wären sie zu viel mehr Reformen bereit.“
Schutz vor KI – jetzt!
Im Depot 2030 wird neben der 1.000-Prozent-Aktie Nvidia nun auf den Schutz vor Killer-KIs gesetzt – neu gekauft wurde ein unterschätzter KI-Schutz-Titel, der mit Hilfe von Anthropic und in „Maschinengewehr-Geschwindigkeit“ KI-Angriffe aus Russland und China abwehrt. Alle Details und Transaktionen zum Depot 2030 und TFA-Depot lesen Sie hier – gerne freischalten bis 2030.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Nvidia.
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