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Top‑Verlierer Vossloh: Weichen falsch gestellt ‑ Rücksetzer als Chance?

Top‑Verlierer Vossloh: Weichen falsch gestellt ‑ Rücksetzer als Chance?
Foto: Lightman4289/Shutterstock
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Michael Schröder Heute, 12:12 Michael Schröder
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Vossloh zeigt sich aufgrund gesamtwirtschaftlicher und geopolitischer Unsicherheiten etwas vorsichtiger für das laufende Jahr. Der Bahntechnikkonzern kann sich den aktuellen Nachfrage- und Kostenentwicklungen nicht vollständig entziehen - und passt seine Ziele für das Gesamtjahr an. Die Anleger reagieren verschnupft. 

Für 2026 peilt Vossloh nun einen Umsatz von 1,51 bis 1,61 Milliarden Euro an. Zuvor war das Unternehmen von 1,56 bis 1,66 Milliarden Euro ausgegangen, nach gut 1,34 Milliarden Euro im Vorjahr. Den Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) sieht der Bahntechnikkonzern nun bei 100 bis 110 Millionen Euro; zuvor hatte Vossloh 118,5 bis 131 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Im Vorjahr hatte das Unternehmen ein operatives Ergebnis von 111,9 Millionen Euro ausgewiesen. Mit dem neuen Ergebnisziel liegt Vossloh laut Analyst Fabian Piasta vom Analysehaus Jefferies 13 Prozent unter dem Konsens.

Branchenkenner Lars Vom-Cleff von der Deutschen Bank bezeichnete die gesenkten Jahresziele als „negative Überraschung“. Die Halbjahreszahlen hätten hingegen leicht über seinen eigenen Schätzungen gelegen. Im ersten Halbjahr schrumpfte das operative Ergebnis (EBIT) auf Basis vorläufiger Zahlen um knapp 28 Prozent auf 32,4 Millionen Euro. Der Umsatz legte hingegen um gut ein Fünftel im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum auf 710 Millionen Euro zu. Der Auftragseingang kletterte um knapp ein Drittel auf 828,5 Millionen Euro. Der Auftragsbestand stieg im Bahninfrastrukturgeschäft auf ein Rekordhoch.

Mit Blick auf die Nachfrage- und Kostenentwicklung erwartet Vossloh, dass im laufenden Jahr weniger aus bestehenden Rahmenverträgen in einzelnen Ländern abgerufen und geplante Lieferungen im Zusammenhang mit Neubauprojekten ins Folgejahr verschoben werden. Hinzu kommen höhere Beschaffungs- und Logistikkosten, die 2026 nicht vollständig an Kunden weitergegeben werden können. Zudem fallen zusätzliche Aufwendungen etwa für Kapazitätsanpassungen und den Ausbau des Digitalgeschäfts an.

Vossloh sieht die Belastungen als vorübergehend beziehungsweise einmalig an. Vor diesem Hintergrund bestätigte der Konzern seine Erwartungen an das kommende Geschäftsjahr. So soll es 2027 weiterhin ein deutliches organisches Wachstum und eine klare Verbesserung des Gewinns vor Zinsen und Steuern (EBIT) geben. Zugleich sieht sich Vossloh unverändert auf einem guten Weg, die für 2030 gesetzten Ziele zu erreichen.

Vossloh (WKN: 766710)

Eine Prognoseanpassung sorgt in der Regel immer für schlechte Stimmung, auch wenn diese mit Blick auf die jüngste Kursentwicklung allem Anschein nach von dem einen oder anderen Investor bereits erwartet worden war. Dass Vossloh die Belastungen als vorübergehend beziehungsweise einmalig ansieht und seine Erwartungen an das kommende Geschäftsjahr bestätigte, konnte die Anleger nicht milde stimmen. Mehr Aufschluss über die aktuelle Geschäftsentwicklung dürften die vollständigen Zahlen am 23. Juli bringen. Bis dahin heißt es: nicht einsteigen und abwarten.

(Mit Material von dpa-AFX) 

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