Die US-Berichtssaison für das zweite Quartal ist mit einem Paukenschlag gestartet: JPMorgan Chase hat die Erwartungen der Analysten klar übertroffen. Hinzu kommt: Alle großen Geschäftsbereiche des Instituts verzeichneten im vergangenen Quartal Rekordumsätze eingefahren. Auch Wells Fargo lieferte besser als erwartet ab.
Kurz und knapp
• JPMorgan übertrifft die Gewinnerwartungen deutlich.
• Wells Fargo liefert ebenfalls besser als prognostiziert.
• Beide US-Bankaktien bleiben ein Kauf.
JPMorgan hat im zweiten Quartal 2026 einen Gewinn von 21,15 Milliarden Dollar beziehungsweise 7,70 Dollar je Aktie eingefahren. Das ist deutlich mehr als die Konsensschätzung von 5,85 Dollar je Aktie.
Im Jahresvergleich stieg der Gewinn um 41 Prozent. Bereinigt um Sondereffekte – darunter insbesondere Gewinne im Zusammenhang mit Visa – fiel das Plus zwar mit 13 Prozent deutlich moderater aus, bleibt aber weiterhin sehr solide.
JPMorgan-Chef Jamie Dimon verwies zudem auf eine ungewöhnliche Statistik: Alle großen Geschäftsbereiche des Instituts verzeichneten im vergangenen Quartal Rekordumsätze. „Die Geschäftsentwicklung war im gesamten Unternehmen stark, und der Umsatz in jedem Geschäftsbereich erreichte einen neuen Rekordwert“, erklärte Dimon.
Auch beim Umsatz übertraf die Bank die Erwartungen klar: Mit 58,02 Milliarden Dollar lag JPMorgan weit über den erwarteten 50,19 Milliarden Dollar. Die Aktie reagiert vorbörslich auf die Zahlen mit leichten Gewinnen. und könnte mit diesem frischen Rückenwind schon bald wieder auf die Jagd nach neuen Rekordständen gehen.
JPMorgan bestätigt damit einmal mehr seine Sonderstellung unter den US-Großbanken: Die Ertragskraft bleibt hoch, die Marktposition ist robust. Vor allem das Handelsgeschäft dürfte erneut ein wichtiger Treiber gewesen sein. Schon im Vorfeld hatten Analysten mit einem starken Quartal gerechnet, insbesondere bei den Handelserlösen und im Investmentbanking.
Auch Wells Fargo konnte mit den Zahlen überzeugen. Die Bank verdiente im zweiten Quartal 2,00 Dollar je Aktie und lag damit klar über den erwarteten 1,72 Dollar. Der Umsatz erreichte 22,6 Milliarden Dollar und übertraf ebenfalls die Prognose von 21,8 Milliarden Dollar.
Für Anleger ist vor allem wichtig, dass Wells Fargo weiter Fortschritte bei der Ertragsentwicklung und der operativen Stabilisierung macht. Die Bank profitiert von einer soliden Entwicklung im Kerngeschäft und zeigt, dass sie im aktuellen Umfeld weiter an Profil gewinnt. Der Blick richtet sich nun auf die weiteren Großbanken wie Goldman Sachs, Bank of America und Citigroup, die im Verlauf der Woche folgen.
Unterm Strich ist der Start in die Berichtssaison geglückt. JPMorgan setzt mit einer klaren Zahlenüberraschung ein starkes Signal, Wells Fargo liefert ebenfalls ordentliche Ergebnisse. Beide US-Aktien bleiben ein Kauf. Entscheidend wird nun, ob auch die übrigen US-Großbanken und später die europäischen Großbanken den positiven Trend bestätigen können.
FAQs
Wie beginnt traditionell die US-Berichtssaison?
Die US-Berichtssaison startet meist mit den großen US-Banken. Sie legen traditionell früh ihre Zahlen vor und geben damit einen ersten Eindruck von der Lage der US-Wirtschaft und der Kapitalmärkte.
Warum ist der Auftakt der US-Berichtssaison wichtig?
Die ersten Quartalszahlen setzen oft den Ton für die gesamte Saison. Anleger achten darauf, ob Unternehmen die Erwartungen übertreffen, ihre Ausblicke anheben oder vor schwächeren Geschäften warnen.
Worauf achten Anleger besonders?
Im Fokus stehen Umsatz, Gewinn, Margen und Ausblick. Wichtig ist außerdem, ob die Unternehmen Hinweise auf Konsum, Investitionen, Zinsen, Inflation und Nachfrageentwicklung geben.
Heute, 12:57
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