Unterstützt von Übernahmefantasie ging es zuletzt bei der Aktie von Qiagen ordentlich nach oben. Doch in der laufenden Woche wird das Papier bereits wieder ausgebremst. Die Privatbank Berenberg wird deutlich pessimistischer für die Aktie und streicht die bisherige Kaufempfehlung. Die Aktie von Qiagen steht am heutigen Dienstag deutlich unter Druck und gehört zu den schwächsten Werten des Tages im DAX.
• Qiagen gerät unter Druck, nachdem Berenberg die Aktie von „Buy“ auf „Hold“ abgestuft und das Kursziel deutlich gesenkt hat.
• Belastend wirken vor allem Sorgen um den Tuberkulose-Test QuantiFERON sowie schwächere Perspektiven für Investitionen im US-Lebenswissenschaftssektor.
• Charttechnisch ist die Aktie zuletzt an der 200-Tage-Linie nach unten abgeprallt.
Berenberg tritt bei Qiagen auf die Bremse: Die Privatbank hat ihr Kursziel deutlich von 50 auf 40 Euro reduziert und die Aktie zugleich von „Buy“ auf „Hold“ zurückgestuft. Analyst Harry Gillis sieht vor allem beim wichtigen Tuberkulose-Test QuantiFERON wachsenden Wettbewerbsdruck. Zusätzlich hätten sich die Perspektiven für Investitionen im US-Lebenswissenschaftssektor zuletzt merklich verschlechtert, so Gillis. Aus seiner Sicht dürfte die weitere Kursentwicklung damit vorerst in erster Linie von möglichen Übernahmefantasien bestimmt werden. Diesem Szenario misst Gillis allerdings nur begrenztes Potenzial bei.
Die Aktie von Qiagen hatte Ende vergangener Woche deutlich angezogen und dabei zeiweise auch die Aprilhochs überwinden können. Auslöser für den Kurssprung war ein Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg, wonach Qiagen bei mehreren Finanzinvestoren als potenzielles Übernahmeziel auf dem Zettel stehen würde. Unter Berufung auf informierte Kreise hieß es, dass unter anderem EQT, Advent und KKR Interesse an dem Konzern zeigen sollen. Zudem wurden auch weitere Beteiligungshäuser sowie strategische Käufer genannt, die einen Blick auf das Unternehmen geworfen haben könnten. Bereits zu Jahresbeginn waren ähnliche Übernahmegerüchte rund um den Konzern aufgekommen.
Qiagen ist seit Jahren immer wieder als Übernahmekandidat im Gespräch. Schon 2020 hatte Thermo Fisher den Diagnostikspezialisten mit einem Angebot von rund zwölf Milliarden Dollar ins Visier genommen, zog sich jedoch nach dem Widerstand eines aktivistischen Investors wieder zurück. Auch ein möglicher Schulterschluss mit dem französischen Branchenkollegen BioMérieux kam letztlich nicht zustande.
Die Aktie von Qiagen ist zuletzt an der 200-Tage-Linie wieder nach unten abgeprallt. Anleger warten derzeit weiter an der Seitenlinie ab.
Heute, 12:51
Bei Google bevorzugen