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Wird Volkswagen jetzt zum Rüstungskonzern?

Wird Volkswagen jetzt zum Rüstungskonzern?
Foto: Suzanne Plunkett/REUTERS
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Michael Diertl 24.03.2026, 19:30 Michael Diertl

Das kommt mehr als überraschend. Laut der Financial Times, die sich auf Insider beruft, prüft Volkswagen einen ungewöhnlichen Strategiewechsel für einen seiner deutschen Standorte. Demnach befindet sich der Autobauer in Gesprächen mit dem israelischen Rüstungskonzern Rafael Advanced Defence Systems.

Im Raum steht ein Deal, bei dem die Produktion im Werk Osnabrück von Automobilen auf Komponenten für Raketenabwehrsysteme umgestellt werden könnte. Konkret geht es um die Fertigung von Teilen für das Luftabwehrsystem „Iron Dome“, das von dem staatlichen israelischen Unternehmen entwickelt wurde und bereits in mehreren Konflikten zum Einsatz kam. Die Bundesregierung soll das Vorhaben aktiv unterstützen, was auf eine strategische Bedeutung des Projekts hindeutet und auch industriepolitische Interessen widerspiegelt.

Sollte es zu einer Einigung kommen, könnte die Umstellung vergleichsweise schnell erfolgen. Laut dem Bericht wäre ein Produktionsstart innerhalb von zwölf bis 18 Monaten möglich. Voraussetzung dafür wären jedoch entsprechende Investitionen sowie die Anpassung der bestehenden Fertigungsprozesse und Lieferketten.

Sollte VW den Schritt in die Rüstungsbranche tatsächlich gehen, wäre dies zumindest aus Imagesicht fragwürdig und dürfte kontrovers diskutiert werden. Rein finanziell betrachtet könnte er allerdings positiv für den schwächelnden Konzern sein.

Zum einen dürften die Margen bei der Produktion von Raketen höher ausfallen als im klassischen Automobilgeschäft. Zum anderen hätte man mit Israel einen verlässlichen Kunden, der aktuell und wohl auch langfristig einen hohen Bedarf an Flugabwehrraketen hat, was für stabile und planbare Einnahmen sorgen könnte.

Volkswagen Vz. (WKN: 766403)

Die erste Reaktion des Marktes auf die News fällt nachbörslich positiv aus, die VW-Aktie springt über die 90-Euro-Marke. Ob ein Deal jedoch tatsächlich zu Stande kommt, werden die nächsten Wochen und Monate zeigen. DER AKTIONÄR rät vorerst weiterhin an der Seitenlinie zu bleiben.

Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Volkswagen Vz..

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