Volkswagen steht vor einem tiefgreifenden Umbau. Laut einem internen Konzept des Konzerns soll die Produktion in vier deutschen Werken zwischen 2031 und 2034 auslaufen. Gleichzeitig verliert die VW-Aktie ihren Platz im EURO STOXX 50. Der Abstieg ist ein weiterer Rückschlag für den Autobauer – und betrifft neben VW noch weitere Aktien.
- Die Produktion in Emden und Zwickau soll 2031, in Hannover 2032 und in Neckarsulm 2034 enden.
- EURO STOXX 50: VW und Wolters Kluwer müssen den Index verlassen, Engie und Nokia rücken auf.
- STOXX Europe 50: Barclays ersetzt Prosus. Die Änderungen treten am 21. September in Kraft.
Die Pläne haben es in sich. Wie die WirtschaftsWoche unter Berufung auf ein internes Papier für den VW-Aufsichtsrat berichtet, soll die Produktion in Emden und Zwickau 2031, in Hannover 2032 und im Audi-Werk Neckarsulm 2034 enden. Volkswagen hat die konkreten Pläne bislang nicht kommentiert. Dabei soll die Produktion nicht ersatzlos wegfallen, sondern innerhalb des Konzerns verlagert werden. Der Nachfolger des ID.4, intern als ID.Tiguan bezeichnet, soll künftig im Škoda-Werk Mladá Boleslav gebaut werden. Der Nachfolger des Audi Q4 e-tron soll nach Bratislava gehen.
Auch Hannover verliert Produktion. Die neue Elektro-Transporterfamilie Space soll nach den vorliegenden Plänen künftig im polnischen Poznań gefertigt werden. Beim Audi A8 trifft es Neckarsulm: Der Nachfolger soll in Leipzig vom Band laufen.
Hohe Kosten, sinkende Stückzahlen
Hinter dem Umbau steht der massive Kostendruck bei Volkswagen. Laut dem internen Papier reichen die bestehenden Strukturen dem Vorstand nicht mehr aus, um die Wettbewerbsfähigkeit und Profitabilität langfristig sicherzustellen. Gleichzeitig rechnet der Konzern laut WirtschaftsWoche 2026 nur noch mit rund 8,5 Millionen verkauften Fahrzeugen weltweit.
Für die deutschen Standorte ist das eine Zäsur. Volkswagen hatte zuletzt immer wieder auf die hohen Kosten im Heimatmarkt verwiesen. Finanzvorstand Arno Antlitz hatte bereits erklärt, für vier deutsche Standorte gebe es aus heutiger Sicht keine wirtschaftliche Nachbelegung, wenn die aktuellen Produkte Anfang der 2030er-Jahre auslaufen.
VW fliegt aus dem EURO STOXX 50
Als wäre der Sanierungsdruck nicht genug, folgt sogleich der nächste Rückschlag für die VW-Aktie. Volkswagen muss den EURO STOXX 50 verlassen. Der Indexanbieter STOXX hat die Änderungen nach der turnusmäßigen Überprüfung offiziell bestätigt. Neu aufgenommen werden der französische Versorger Engie und der finnische Netzwerkausrüster Nokia. Platz machen müssen neben Volkswagen auch Wolters Kluwer. Die Änderungen werden mit Handelsbeginn am 21. September 2026 wirksam.
Für VW ist der Abstieg mehr als eine Randnotiz. Der EURO STOXX 50 bildet die wichtigsten Blue Chips der Eurozone ab und dient unter anderem als Basis für ETFs, Futures, Optionen und strukturierte Produkte. Indexänderungen können daher zu Umschichtungen bei passiven Anlageprodukten führen. Auch beim STOXX Europe 50 gibt es einen Wechsel. Barclays wird dort Prosus ersetzen. Die Änderung tritt ebenfalls am 21. September in Kraft.
Für die VW-Aktie geht es am Donnerstag um drei Prozent abwärts. Noch mehr verliert am DAX-Ende heute nur die Zalando-Aktie, die um vier Prozent fällt. Der Turnaround lässt in Wolfsburg weiter auf sich warten. Anleger bleiben an der Seitenlinie.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Volkswagen Vz..
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