In den vergangenen Wochen ging es mit der Aktie von Rheinmetall immer weiter bergab. Doch nun könnte ein positiver Analystenkommentar aus dem Hause Goldman Sachs dem DAX-Titel wieder Rückenwind verleihen. Die Experten der US-Investmentbank sehen für die Anteilscheine weiterhin Luft nach oben.
So erklärte Goldman-Analyst Sam Burgess: "Selbst in einem absoluten Negativszenario für das Munitionsgeschäft besteht deutliches Bewertungspotenzial." Er fügte hinzu, "dass die Munitions-Gewinne gar nicht so außerordentlich hoch bleiben müssen", um höhere Kurse zu rechtfertigen. Er rät daher weiterhin zum Kauf der Rheinmetall-Aktie. Den fairen Wert beziffert er unverändert auf 2.300 Euro, woraus sich Aufwärtspotenzial von mehr als 100 Prozent errechnet. Und selbst im Falle eines scharfen Rückgangs des Munitionsgeschäfts hält er Kurse von 1.450 Euro für gerechtfertigt.
Der zweite Motor läuft davon unabhängig: Rund 270 Millionen Euro investiert der Konzern in den Standort Kassel, das Land Hessen gibt 25 Millionen Euro dazu. Dahinter steht der Radpanzer Boxer: Im Bundeswehr-Programm „Arminius“ geht es über die Jahre um bis zu 40 Milliarden Euro, die erste Tranche über mehr als 1.500 Fahrzeuge hat ein Volumen von rund 12,4 Milliarden Euro. Die finalen Details wollen Rheinmetall und Bundeswehr in dieser Septemberwoche klären. Der gesamte Auftragsbestand lag Ende Juni bei mehr als 80 Milliarden Euro.
Dagegen steht der Zweifel, wie schnell aus Aufträgen Cashflow wird. Hohe Investitionen und eine gesenkte Umsatzprognose für das laufende Jahr haben den Kurs rund die Hälfte unter das Rekordhoch gedrückt. Und ein Termin ist keine Unterschrift. Den nächsten belastbaren Beleg liefert Rheinmetall am 5. November mit den Zahlen zum dritten Quartal, drei Wochen später folgt der Capital Markets Day.
Heute, 11:56
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