American Rheinmetall, die US-Tochter des DAX-Konzerns, hat den ersten von acht Prototypen des Kampffahrzeugs Lynx XM30 an die US-Armee übergeben. Das Fahrzeug geht unmittelbar in die staatlich geführte Entwicklungs- und Leistungsprüfung. Die übrigen sieben Fahrzeuge sollen noch in diesem Jahr folgen und danach von Soldaten im Manöver gefahren werden.
Das Programm soll den Schützenpanzer M2 Bradley ablösen, der seit den 80er-Jahren im Dienst der US-Armee steht. Nach bisherigen Angaben geht es um rund 4.000 Fahrzeuge und ein Volumen von mehr als 45 Milliarden Dollar über die gesamte Laufzeit. Zum Maßstab: Der bislang größte Einzelauftrag der Firmengeschichte, der Artillerie-Rahmenvertrag der Bundeswehr vom Juni 2024, hat ein Maximalvolumen von 8,5 Milliarden Euro brutto.
Der XM30 baut auf dem Lynx KF41 auf. Er hat einen unbemannten Turm – die Besatzung sitzt also nicht mehr im Turm, sondern geschützt in der Wanne – mit einer 50-Millimeter-Maschinenkanone, dazu Lenkflugkörper und Loitering Munition, also Drohnen, die über dem Ziel kreisen, bis sie einschlagen. Neu is auch der hybrid-elektrische Antriebsstrang.
General Dynamics Land Systems hat indes aber seinen XM30 „Wolf“ bereits am vergangenen Freitag übergeben. Beide Anbieter stehen damit zur selben Zeit auf demselben Prüfstand. General Dynamics ist zudem seit Jahrzehnten Hauslieferant der US-Armee für Kettenfahrzeuge. In Washington zählt nicht nur die Technik, sondern auch, wer die Produktion im Land am glaubwürdigsten darstellen kann.
Verdient wird bislang am Entwicklungsvertrag über rund 764 Millionen Dollar – verteilt über Jahre und über ein Konsortium, dem neben American Rheinmetall auch Raytheon, L3Harris, Textron Systems, Allison Transmission und Anduril angehören. Zur Einordnung: Rheinmetalls Backlog lag zum 30. Juni bei 80,5 Milliarden Euro, für 2026 erwartet der Konzern 13,7 bis 14,2 Milliarden Euro Umsatz bei rund 19 Prozent operativer Marge. Der XM30 ist in diesen Zahlen praktisch nicht enthalten.
Indes gibt auch der Konkurrent Renk bei seiner Produktion von Panzergetrieben Gas. So erklärte am Montag Vorstandsmitglied Emmerich Schiller: "2023 waren wir bei unter 600 Panzergetrieben, dieses Jahr sind es mehr als 800 und 2030 werden es mehr als 2000 sein."
DER AKTIONÄR bleibt grundsätzlich zuversichtlich gestimmt. Der Stoppkurs sollte bei 750,00 Euro belassen werden.
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