Rheinmetall setzt den Hebel an der Basis an: Für rund 270 Millionen Euro soll der Standort Kassel zum europäischen Hub für Panzer, Drohnen und Logistik ausgebaut werden. Die Botschaft an den Kapitalmarkt ist klar: Der Düsseldorfer Rüstungskonzern rechnet mit weiter kräftig steigender Nachfrage – und schafft bereits heute die Kapazitäten dafür.
Rheinmetall und das Land Hessen wollen Nordhessen zu einem bedeutenden Zentrum für moderne Militär- und Verteidigungstechnologien entwickeln. Eine entsprechende Absichtserklärung unterzeichneten Hessens Ministerpräsident Boris Rhein und Rheinmetall-Chef Armin Papperger am Donnerstag am Flughafen Kassel-Calden.
Der Düsseldorfer Konzern plant, in den kommenden Jahren mehr als 260 Millionen Euro in den Kasseler Produktionsstandort sowie in den Flughafen zu investieren. Hessen will das Vorhaben mit einem zusätzlichen Betrag im zweistelligen Millionenbereich unterstützen.
Vorgesehen ist nicht nur eine Erweiterung des Rheinmetall-Werks in Kassel. Geplant sind außerdem ein zentraler Logistik- und Ausbildungsstandort sowie ein Testzentrum für Drohnen.
Armin Papperger, Vorstandsvorsitzender von Rheinmetall kommentierte: „Diese Investition verstehen wir als strategische Maßnahme mit Blick auf bedeutende Aufträge im Bereich militärischer Fahrzeuge, die wir künftig aus dem In- und Ausland erwarten dürfen. Wir wappnen uns für die Zukunft und stärken unsere Leistungsfähigkeit im Sinne unserer Kunden.“
Operativ liefert Rheinmetall weiterhin. Im ersten Halbjahr 2026 kletterte der Umsatz auf 5,2 Milliarden Euro, das operative Ergebnis erreichte 786 Millionen Euro. Der Backlog – inklusive erwarteter Abrufe aus Rahmenverträgen – wuchs binnen Jahresfrist von 56,0 auf 80,5 Milliarden Euro. Rheinmetall verfügt zudem über eine pralle Auftragspipeline. Wie breit das Geschäft inzwischen aufgestellt ist, unterstreicht der jüngste Auftrag aus Litauen. Rheinmetall baut dort für bis zu 2.000 Soldaten ein modulares Bundeswehr-Camp. Der Aufbau bringt 250 Millionen Euro, der anschließende Betrieb soll jährlich weitere 40 Millionen Euro beitragen.
Rheinmetall bleibt ein struktureller Profiteur der Zeitenwende. Die Aktie von Rheinmetall hat in den vergangenen Jahren eine fulminante Rally hingelegt. Nach ihrem Hoch bei gut 2.000 Euro folgten jedoch Gewinnmitnahmen und eine deutliche Korrektur, die bis in den Bereich von 900 Euro führte. Zuletzt konnte sich die Aktie klar stabilisieren. Der mittelfristige Abwärtstrend wurde geknackt, die 50-Tage-Linie überwunden. Nun gilt es neue Stärke aufzubauen. DER AKTIONÄR bleibt zuversichtlich und sieht das aktuelle Niveau als Kaufchance bei der Aktie.
Heute, 08:59
Bei Google bevorzugen