Nächster Schlag in die Magengrube für die leidgeplagten PayPal-Aktionäre: Das Konsortium aus Advent und Stripe hat die Übernahme des US-Bezahldienstes laut Bloomberg aufgegeben. Die Aktie rauscht daraufhin außerbörslich bereits um 13 Prozent in die Tiefe. Und daran dürfte sich auch im regulären Handel wenig ändern.
- Advent und Stripe ziehen ihr Übernahmeinteresse an PayPal zurück.
- Die Aktie verliert nachbörslich rund 13 Prozent.
- PayPal muss sich damit nun wieder voll auf die operative Trendwende konzentrieren.
Die Übernahmespekulation bei PayPal ist geplatzt. Wie Bloomberg unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen berichtet, hat ein Konsortium aus der Beteiligungsgesellschaft Advent International und dem Zahlungsdienstleister Stripe seine Pläne für eine PayPal-Übernahme aufgegeben.
Das Konsortium hatte mehr als 50 Milliarden Dollar für PayPal geboten. Die Nachricht sorgte im nachbörslichen US-Handel bereits für einen massiven Kursrutsch: Die PayPal-Aktie fiel zeitweise um 13 Prozent.
Wie groß genau das Minus am heutigen Freitag werden wird, ist zwar noch unklar. Dass PayPal tiefrot aus der Handelswoche gehen wird, ist aber so gut wie sicher. Für die ohnehin leidgeplagten PayPal-Aktionäre ist der geplatzte Deal der nächste Schlag in die Magengrube.
Die Spekulationen über eine mögliche Übernahme hatten die PayPal-Aktie in den vergangenen Wochen kräftig angeschoben. Zusammen mit besser als erwarteten Ergebnissen für das zweite Quartal legte der Kurs in diesem Quartal zeitweise um mehr als 40 Prozent zu. Die Marktkapitalisierung stieg wieder auf über 50 Milliarden Dollar.
Diese Fantasie ist nun vorerst dahin. Zwar könnte das Konsortium laut Bloomberg bei einer Änderung der Rahmenbedingungen mit einem neuen Angebot zurückkehren. Eine solche Möglichkeit ist jedoch völlig offen – konkrete Gespräche oder ein verbindlicher Deal existieren offenbar nicht.
PayPal muss sich damit wieder auf die operative Trendwende konzentrieren. Im März hatte das Unternehmen Vorstandschef Alex Chriss durch Enrique Lores ersetzt. Mit dem Führungswechsel will der Pionier im digitalen Zahlungsverkehr das Wachstum wieder ankurbeln und sein Geschäftsmodell angesichts der wachsenden Konkurrenz durch Apple und Alphabet modernisieren.
Für Anleger rückt nun wieder die Frage in den Mittelpunkt, ob PayPal aus eigener Kraft nachhaltig wachsen kann. Die Übernahmefantasie hatte diese Unsicherheit zuletzt überlagert. Die Hebelspekulation des AKTIONÄR auf eine Erholung der PayPal-Aktie (siehe hier) ist damit ebenfalls nicht aufgegangen und dürfte heute ausgestoppt werden. Anleger lassen vorerst wieder die Finger von PayPal. Für einen nachhaltigen Turnaround braucht es nun operative Fortschritte – und nicht die Hoffnung auf einen milliardenschweren Übernahmedeal.
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