PayPal hat geliefert. Der Bezahldienstleister hat vor US-Börsenstart seine Zahlen zum zweiten Quartal 2026 vorgestellt. Und diese können sich sehen lassen. Doch es gibt auch Wermutstropfen. Ein weiterer Aspekt bleibt vorerst offen, steht aber im restlichen Tagesverlauf im Blickpunkt.
Kurz und knapp
• Erwartungen geschlagen: 1,38 Dollar bereinigter Gewinn je Aktie und 8,68 Milliarden Dollar Umsatz.
• Operativ solide: Zahlungsvolumen plus zehn Prozent, Transaktionsmarge in Dollar plus ein Prozent.
• Jetzt zählt der Übernahme-Poker: Anleger warten auf Aussagen des Managements zu Stripe und Advent.
PayPal hat mit seinen Zahlen zum zweiten Quartal positiv überrascht. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag im zweiten Quartal bei 1,38 Dollar und damit zehn Cent über den Konsensschätzungen.
Der Umsatz kletterte um 4,8 Prozent auf 8,68 Milliarden Dollar und übertraf die Erwartungen um rund 230 Millionen Dollar. Unter dem Strich verdiente PayPal 1,10 Milliarden Dollar nach 1,26 Milliarden Dollar im Vorjahreszeitraum.
Auch die zentralen operativen Kennziffern fielen ordentlich aus. Das gesamte Zahlungsvolumen stieg um zehn Prozent auf 486,4 Milliarden Dollar, währungsbereinigt betrug das Plus neun Prozent.
Die Transaktionsmarge in Dollar legte um ein Prozent auf 3,9 Milliarden Dollar zu. Ohne Zinsen auf Kundenguthaben erreichte das Wachstum drei Prozent. Die Zahl der abgewickelten Transaktionen erhöhte sich um acht Prozent auf 6,8 Milliarden.
Nicht alles läuft allerdings rund. Die Zahl der aktiven Konten stieg gegenüber dem Vorjahr nur um 0,3 Prozent auf 439 Millionen und lag damit leicht unter dem Niveau des ersten Quartals. Zudem erwartet PayPal für das dritte Quartal beim bereinigten Gewinn je Aktie einen Rückgang im niedrigen einstelligen Prozentbereich.
Für das Gesamtjahr stellt der Konzern dagegen 5,38 Dollar je Aktie in Aussicht und liegt damit leicht über dem Konsens von 5,31 Dollar.
Für die Aktie ist derzeit aber vor allem der Übernahme-Poker entscheidend. Stripe und Advent bieten Medienberichten zufolge 60,50 Dollar je PayPal-Aktie. Der Verwaltungsrat soll das für zu niedrig halten. Die nun vorgelegten Zahlen stützen diese Haltung: PayPal wächst beim Umsatz stärker als erwartet und liefert beim Ergebnis besser als erwartet ab.
Spannend wird nun, ob und wie sich das Management im Tagesverlauf sowie in der Analystenkonferenz zu der kolportierten Offerte äußert. Eine offizielle Stellungnahme von PayPal steht weiterhin aus. Anleger werden deshalb besonders auf mögliche Hinweise zur Einschätzung des Boards, zu weiteren Interessenten oder zum Zeitplan achten.
Die Zahlen sind ordentlich bis gut ausgefallen. Das kommt zur rechten Zeit. Operativ stärkt das PayPal im Übernahme-Poker und erhöht den Druck auf Stripe und Advent, nachzubessern. Bis zu einer offiziellen Aussage zur Offerte bleibt die bisherige Einschätzung unverändert: Die Spekulation auf ein höheres Angebot ist weiter intakt, aber mit dem Risiko verbunden, dass kein Deal zustande kommt. Hier finden Anleger unverändert die passende Hebel-Spekulation dazu.
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