Vier Handelstage lang standen die großen US-Indizes unter Druck. Ein Rückgang der Ölpreise und die Hoffnung auf einen klaren Kurs der US-Notenbank haben die Wall Street am Freitag stabilisiert. Der Inflationsbericht fiel zwar erneut zu heiß aus, aber das war bereits erwartet worden.
Der Dow Jones Industrial kletterte um 0,98 Prozent. Der S&P 500 legte um 0,86 Prozent zu, während der Nasdaq-100 rund 0,9 Prozent gewann.
Für den Dow endete die längste Verlustserie seit Ende April.
Rückenwind kam vom Ölmarkt. Die Sorte West Texas Intermediate verbilligte sich zum Handelsschluss um 2,4 Prozent auf 100,05 Dollar je Barrel. Brent-Öl gab 2,8 Prozent auf 104,61 Dollar nach. Auf Wochensicht blieb der Anstieg allerdings kräftig: WTI verteuerte sich um fast zehn Prozent, Brent um 8,6 Prozent.
Die geopolitische Lage blieb angespannt. Saudi-Arabien setzte am Freitag seine wichtige Ost-West-Ölpipeline nach mehreren Angriffen vorsorglich außer Betrieb. Die Angriffe auf die Pipeline in den Regionen Riad und Medina hatten laut Energieministerium mehrere Verletzte zur Folge.
Die Entspannung beim Öl nahm etwas Druck von den Inflationssorgen. Die Verbraucherpreise in den USA stiegen im August um 0,4 Prozent zum Vormonat und um 3,4 Prozent zum Vorjahresmonat. Damit lagen sie im Rahmen der Erwartungen. Die Kernrate ohne Energie und Lebensmittel erhöhte sich jedoch um 0,3 Prozent. Das war etwas mehr als prognostiziert.
Die Rendite zweijähriger US-Staatsanleihen stieg um vier Basispunkte auf 4,63 Prozent und erreichte den höchsten Stand seit Juli 2024. Die Rendite zehnjähriger US-Anleihen bewegte sich kaum und lag bei 4,97 Prozent.
Für kommende Woche wird mit einer Zinserhöhung gerechnet. Offen bleibt, ob sie als einmaliger Schritt der US-Notenbank zur Inflationsbekämpfung verstanden wird oder den Auftakt zu einem längeren Straffungszyklus bildet.
An den Aktienmärkten überwog am Freitag dennoch die Erleichterung. Besonders gefragt waren Technologiewerte aus dem Bereich der Rechenzentren (mehr dazu in den Beiträgen am Artikelende). Im Dow setzte sich Cisco mit einem Kursplus von 4 Prozent an die Spitze. Knapp dahinter folgte IBM.
Was sonst noch los war, lesen Sie in den folgenden Beiträgen.
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