Amazon und Alphabet haben den Schritt bereits vollzogen. Der Ausbau künstlicher Intelligenz verschlingt bei den großen Technologiekonzernen enorme Summen. Jetzt prüft offenbar auch Meta eine neue Finanzierungsquelle. Der Facebook-Konzern spricht mit europäischen Anleiheinvestoren. DER AKTIONÄR mit einer ersten Einschätzung.
Für Meta (Facebook, Instagram) wäre es eine Premiere. Seit mindestens einer Woche trifft sich Meta mit europäischen Investoren. Im Mittelpunkt stehen die Kreditwürdigkeit des Konzerns, die Geschäftsentwicklung und die Strategie.
Es handelt sich um eine sogenannte Non-Deal-Roadshow. Dabei sondiert ein Unternehmen das Interesse potenzieller Geldgeber, ohne bereits eine konkrete Anleihe zu beauftragen.
Ein Zeitplan für eine mögliche Emission steht noch nicht fest. Auch zum Volumen, zur Laufzeit oder zur Währung gibt es bislang keine Angaben. Meta hat außerhalb des Dollar-Marktes bisher noch keine Schuldtitel begeben.
Der Konzern nahm zuletzt im April 25 Milliarden Dollar über sechs Anleihen auf.
Zwei Big-Tech-Rivalen haben es schon getan
Die Gespräche kommen zu einem Zeitpunkt, an dem die Investitionen in Rechenzentren und künstliche Intelligenz stark steigen. Amazon hat in dieser Woche erstmals den britischen Pfundmarkt für Unternehmensanleihen genutzt und dabei 4,25 Milliarden Pfund eingesammelt. Zuvor hatte der Konzern bereits Anleihen in Euro, Schweizer Franken und kanadischen Dollar platziert.
Auch Alphabet greift inzwischen auf mehrere Währungen zurück. Der Google-Konzern finanzierte sich zuletzt unter anderem in Euro, Pfund, Yen, kanadischen Dollar und australischen Dollar.
Der Zugang zu verschiedenen Anleihemärkten kann die Finanzierung breiter aufstellen und Unternehmen unabhängiger von einzelnen Kapitalquellen machen.
Mehr als 7,5 Prozent Zinsen
Gleichzeitig steigen die Kosten. Eine von BlackRock begebene Anleihe, die mit einem Rechenzentrumsprojekt von Meta in Texas verbunden ist, stieß zuletzt auf eine schwächere Nachfrage als üblich. Der Kupon lag bei mehr als 7,5 Prozent. Das ist ein Hinweis darauf, dass Investoren für die Finanzierung großer Infrastrukturprojekte höhere Renditen verlangen.
Eine konkrete Transaktion ist zwar noch nicht angekündigt. Die Gespräche zeigen jedoch einmal mehr, wie stark der Kapitalbedarf der Hyperscaler inzwischen gewachsen ist. Für Meta wäre ein Schritt nach Europa mehr als eine Formalität. Der Konzern könnte seine Finanzierung international breiter aufstellen. Zugleich müsste er sich dem Preis stellen, den Anleger für die Risiken des KI-Ausbaus verlangen. Neu ist diese Art der Finanzierung auf Kredit im KI-Bereich längst nicht mehr. Insofern verwundert nicht, dass Anleger bei der Meta-Aktie derzeit cool bleiben.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Autor hält unmittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Meta.
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