Die Plattformen von Meta stehen erneut wegen ihres Umgangs mit dem Schutz von Kindern in der Kritik. Eine US-amerikanische Watchdog-Organisation hat Hunderte Werbeanzeigen mit mutmaßlich KI-generierten Darstellungen sexuellen Kindesmissbrauchs entdeckt.
Die Vorwürfe gegen Meta werden immer schwerwiegender. Nach Recherchen des Tech Transparency Project liefen in diesem Jahr mehr als 300 Anzeigen auf Instagram und Facebook, die mutmaßlich KI-generierte Darstellungen sexuellen Kindesmissbrauchs enthielten. Die Werbung erreichte laut der gemeinnützigen Organisation mehr als 29.000 Menschen in der EU, Großbritannien, den USA, Indien und Australien.
Die Anzeigen hätten unter anderem für sogenannte Nudify-Apps geworben. Diese Anwendungen verändern Fotos digital und erzeugen daraus freizügige oder sexuelle Darstellungen. In mindestens einem Fall sei das Bild eines jungen Mädchens verwendet worden, das zuvor auf Instagram veröffentlicht worden war. Die Anzeige habe daraus ein sexualisiertes Video erstellt, erklärte das Tech Transparency Project.
Meta betonte gegenüber Bloomberg, man toleriere weder Nudify-Apps noch Ausbeutung von Kindern, unabhängig davon, ob die Inhalte real oder KI-generiert seien. Viele der beanstandeten Anzeigen seien bereits entfernt worden. Die übrigen Anzeigen habe der Konzern nach der Konfrontation mit den Rechercheergebnissen gelöscht.
Für die Meta-Aktie dürfte der konkrete Fall kaum Auswirkungen haben. Laut dem Unternehmen lag die gesamte Werbesumme unter 5.000 Dollar. Auch die Reichweite der Anzeigen ist im Verhältnis zu den Milliarden Nutzern der Plattformen gering.
Schwerer wiegt der Vorgang für die politische und regulatorische Debatte. Meta sieht sich bereits mit Klagen wegen möglicher Schäden für junge Nutzer konfrontiert. Zudem haben mehrere Länder Zugangsbeschränkungen für soziale Netzwerke für unter 16-Jährige beschlossen oder angekündigt.
Der Fall dürfte den Aktienkurs kaum bewegen. Er liefert allerdings neues Material für jene Kritiker, die Meta vorwerfen, bei der Kontrolle seiner Plattformen nicht konsequent genug vorzugehen.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Autor hält unmittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Meta.
Heute, 22:04
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