Meta hat sich mit mehreren US-Bundesstaaten auf einen Vergleich geeinigt, der den Konzern bis zu 16,68 Milliarden Dollar kosten könnte. Damit zieht Zuckerberg die Reißleine und Meta entgeht einem der bislang wichtigsten Prozesse zur Frage, ob die Plattformen junge Nutzer gezielt abhängig machen und deren Gesundheit schädigen.
- Meta einigt sich mit US-Bundesstaaten auf Vergleich von bis zu 16,68 Milliarden Dollar.
- Der Konzern führt landesweit neue Schutzmaßnahmen für Jugendliche ein.
- Die Meta-Aktie legte vorbörslich zeitweise 4,4 Prozent zu.
Der Vergleich wurde laut Reuters während eines laufenden Bundesprozesses in Kalifornien geschlossen. Im Mittelpunkt standen Vorwürfe von 29 Bundesstaaten. Sie werfen Meta unter anderem vor, Facebook und Instagram bewusst so gestaltet zu haben, dass Kinder und Jugendliche möglichst lange auf den Plattformen bleiben. Zudem geht es um den Umgang mit persönlichen Daten Minderjähriger. Meta weist die Vorwürfe zurück.
Risiko sinkt deutlich
Für Meta ist der Vergleich zunächst vor allem eines: ein Stück Rechtssicherheit. Vor Beginn des Prozesses hatten mehrere Bundesstaaten laut Gerichtsunterlagen Strafen von bis zu 1,4 Billionen Dollar ins Spiel gebracht. Die Staaten selbst hatten später von einer Größenordnung von rund 200 Milliarden Dollar gesprochen.
Mit maximal 16,68 Milliarden Dollar fällt der nun vereinbarte Betrag deutlich niedriger aus. Gleichzeitig kauft sich Meta damit Zeit und reduziert ein erhebliches rechtliches Risiko. Dass die Aktie vorbörslich rund 4,4 Prozent zulegte, zeigt, wie positiv der Markt die Nachricht einordnet.
Ganz verschwunden ist das Problem allerdings nicht. Der Vergleich betrifft einen wichtigen Komplex der Verfahren, beendet aber nicht die gesamte Klagewelle gegen Meta.
Neue Regeln für Jugendliche
Meta verpflichtet sich zudem zu zusätzlichen Schutzmaßnahmen für Teenager. Dazu gehören unter anderem tägliche Nutzungsbeschränkungen und Sperrzeiten während der Nacht. Die Vorgaben sollen landesweit für Jugendliche auf Facebook und Instagram gelten.
Damit kommt Meta den Forderungen der US-Behörden entgegen, ohne ein vollständiges Verbot für Kinder und Jugendliche akzeptieren zu müssen. Genau das war einer der Punkte, die für den Konzern besonders weitreichende Folgen gehabt hätten.
Denn die US-Klagewelle ist deutlich größer als der nun beigelegte Fall. Neben Meta stehen auch Snap, Alphabet beziehungsweise YouTube sowie TikTok und dessen Mutterkonzern ByteDance im Fokus zahlreicher Verfahren. Tausende Klagen sind weiterhin bei Bundes- und Staatsgerichten anhängig.
Mit den rund 17 Milliarden Dollar dürfte Meta vergleichsweise günstig vor Gericht davonkommen. Anleger bleiben an Bord.
Heute, 15:40
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