Die Aktie von SAP steht zur Wochenmitte massiv unter Druck. Mit einem Minus von gut vier Prozent ist sie der mit Abstand stärkste Verlierer des Tages im deutschen Leitindex DAX. Für Druck sorgt eine Abstufung aus dem Hause der Schweizer Großbank UBS. Diese hat zwar das Kursziel deutlich anhoben, sieht nach der jüngsten Entwicklung das Potenzial jedoch ausgereizt. Heute Abend wird es dennoch spannend.
Nach einem Kursplus von fast 50 Prozent binnen vier Wochen standen die Papiere von SAP bereits in den vergangenen beiden Handelstagen etwas unter Druck. Am heutigen Mittwoch geht es nun noch einmal kräftig nach unten. Für zusätzlichen Druck sorgt die UBS: Analyst Michael Briest hat seine Kaufempfehlung gestrichen und stuft SAP nun mit „Neutral“ ein.
Die Sorge, Künstliche Intelligenz könne etablierte Softwarekonzerne wie SAP gefährden, hatte die Aktie bis Juli belastet. Anschließend setzte eine kräftige Erholung ein. Nach dem Kursanstieg hält Briest die Bewertung für angemessen, sein Kursziel liegt dennoch etwas über dem aktuellen Kurs. Dieses hat er von 164,00 auf 201,00 Euro angehoben.
SAP verfüge nach wie vor über eine zentrale Architektur für Unternehmenssoftware, so der UBS-Analyst. Bei der Integration agentischer KI komme der Konzern allerdings nur langsam voran. Das begrenze die Chancen auf zusätzliche Umsätze und erhöhe zugleich das Risiko, dass Unternehmen auf andere KI-Lösungen ausweichen. Für das zweite Halbjahr hält Briest zudem eine Verlangsamung beim Current Cloud Backlog (CCB), den vertraglich gesicherten Cloud-Umsätzen, für am wahrscheinlichsten.
Mit der heutigen Korrektur läuft die Aktie nun wieder in Richtung eines wichtigen Supports: der 200-Tage-Linie im Bereich von 170 Euro. Diese gilt es nun, unbedingt zu verteidigen. Neue richtungsweisende News könnte es derweil bereits heute Abend geben. Dann veröffentlicht der SAP-Rivale Salesforce seine Zahlen für das zweite Quartal.
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