Bei BASF klingelt erneut die Kasse. Der Chemieriese profitiert derzeit von den Problemen mehrerer asiatischer Konkurrenten, denen durch die Blockade der Straße von Hormus wichtige Rohstoffe fehlen. Zudem hat der Chemieriese nun seine Finanzbeteiligung am britischen Öl- und Gaskonzern Harbour Energy erneut zu Geld gemacht.
Der Chemiekonzern platzierte rund 133 Millionen Harbour-Aktien bei institutionellen Investoren im Rahmen eines beschleunigten Bookbuilding-Verfahrens, Konsortialführer war Morgan Stanley Europe. Davon kauft Harbour Energy selbst rund 53 Millionen Aktien zurück, die übrigen 80 Millionen gehen an institutionelle Anleger. Der Rückkauf durch Harbour kann sich auf bis zu 200 Millionen US-Dollar belaufen und erfolgt zu den Konditionen einer bereits im Juni 2026 geschlossenen Rückkaufvereinbarung. Übersteigt der Kaufpreis 150 Millionen Dollar, wird der Mehrbetrag auf Harbours laufendes Aktienrückkaufprogramm von 250 Millionen Dollar angerechnet. Die zurückgekauften Aktien sollen eingezogen werden.
Die Harbour-Aktie reagierte robust und schloss am Donnerstag rund 1,2 Prozent höher bei 277,8 Pence. BASF hält weiterhin etwa 25 Prozent an Harbour Energy.
Der Ursprung reicht zurück ins Jahr 2024: Damals übernahm Harbour Energy in einem rund 11 Milliarden Dollar schweren Deal die Upstream-Aktivitäten von Wintershall Dea, der Öl- und Gastochter von BASF. Ursprünglich wollte BASF diese Sparte per Börsengang platzieren, entschied sich dann jedoch für den Verkauf an Harbour und erhielt im Gegenzug eine Aktienbeteiligung.
Aus Sicht von BASF handelt es sich dabei ausdrücklich um eine reine Finanzbeteiligung, die bei günstiger Kursentwicklung sukzessive verkauft werden soll. Bereits im März 2026 hatte BASF einen ersten größeren Anteil für rund 252 Millionen Euro zu 273 Pence je Aktie verkauft – zu diesem Zeitpunkt hatte sich der Harbour-Kurs seit Jahresbeginn bereits verdoppelt. Anfang 2026 hatte BASF zudem bereits Schritte unternommen, um Kapitalbeteiligung und Stimmrechte an Harbour schrittweise zu reduzieren. Der aktuelle Verkauf setzt diesen Ausstiegspfad konsequent fort.
Die BASF-Aktie präsentiert sich derzeit wieder in relativ starker Verfassung. Kurzfristig hilft der Engpass in der Chemiebranche angesichts der Blockade der Straße von Hormus. Doch auch die mittel- bis langfristigen Perspektiven für den DAX-Konzern sind gut. Daher bleibt die Aktie für Mutige attraktiv. Der Stoppkurs sollte weiterhin bei 39,00 Euro belassen werden.
Hinweis auf Interessenkonflikte:
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: BASF.
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