Zwei Schwergewichte aus der zweiten Reihe der Tech-Branche haben am Donnerstagabend nach US-Börsenschluss ihre Bücher geöffnet. Während Oracle mit einem massiven Gewinnsprung im Cloud-Geschäft für Erleichterung im KI-Sektor sorgt, reagieren Anleger aus einem bestimmten Grund bei Adobe zurückhaltend.
Der mit Spannung erwartete Härtetest für den Ausrüster der künstlichen Intelligenz fällt zugunsten von Oracle aus. Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2027 kletterte der bereinigte Umsatz um 30 Prozent auf 19,35 Milliarden Dollar. Analysten hatten im Schnitt mit 19,13 Milliarden Dollar gerechnet. Noch deutlicher übertraf der Konzern die Erwartungen beim Ergebnis: Der bereinigte Gewinn je Aktie sprang von 1,47 Dollar im Vorjahr auf 1,92 Dollar an. Der Konsens lag bei 1,75 Dollar.
Treiber dieser Entwicklung bleibt der Ausbau der Rechenzentren. Die Erlöse in der Cloud-Infrastruktur kletterten auf 7,39 Milliarden Dollar nach 3,3 Milliarden Dollar im Vorjahreszeitraum. Das entspricht mehr als einer Verdopplung und übertrifft die Markterwartung von 7,19 Milliarden Dollar klar. Für das gesamte Geschäftsjahr 2027 peilt das Management nun mindestens 90 Milliarden Dollar Umsatz sowie einen bereinigten Gewinn je Aktie von 8,10 Dollar an. Die Aktie honoriert die Zahlen im nachbörslichen Handel mit einem Kurssprung von rund acht Prozent.
Gedämpfte Stimmung
Ein anderes Bild zeigt sich zeitgleich bei Adobe. Zwar übertraf der Softwarekonzern im dritten Quartal mit einem Umsatzplus von 13 Prozent auf 6,76 Milliarden Dollar die Schätzungen von 6,70 Milliarden Dollar leicht. Auch der bereinigte Gewinn je Aktie lag mit 6,13 Dollar über den erwarteten 6,08 Dollar.
Für Verstimmung sorgt jedoch der Ausblick auf das Schlussquartal. Hier stellt das Management Erlöse zwischen 6,80 und 6,85 Milliarden Dollar in Aussicht. Die Konsensschätzung lag mit 6,85 Milliarden Dollar am oberen Ende dieser Spanne. Zudem blieben die vertraglich gesicherten künftigen Erlöse, die sogenannten Remaining Performance Obligations, mit 22,16 Milliarden Dollar hinter den erwarteten 22,72 Milliarden Dollar zurück. Die Adobe-Aktie gab nachbörslich zunächst um rund zwei Prozent nach.
Die Zahlenpaare verdeutlichen die aktuelle Rollenverteilung im Technologiesektor. Bei Oracle schlägt sich der massive Ausbau der Infrastruktur für künstliche Intelligenz unmittelbar in beschleunigtem Wachstum nieder, was die teuren Investitionen vorerst rechtfertigt. Adobe liefert zwar solide Kennzahlen ab, hat es an der Börse aber bereits seit einiger Zeit eher schwer, trotz günstig wirkender Bewertung.
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