Der Software-Gigant Adobe hat am Donnerstagabend seine Zahlen für das zweite Quartal vorgelegt und die Erwartungen der Experten deutlich übertroffen. Auch der Ausblick auf das laufende Jahr wurde vom Management nach oben geschraubt. Trotz der starken operativen Entwicklung reagiert die Aktie nachbörslich mit deutlichen Verlusten.
Im abgelaufenen Jahresviertel lief es für den Photoshop-Macher operativ wie am Schnürchen. Der Umsatz kletterte im Vergleich zum Vorjahr um knapp 13 Prozent auf rekordverdächtige 6,62 Milliarden Dollar. Analysten hatten im Vorfeld lediglich mit 6,45 Milliarden Dollar gerechnet. Beim bereinigten Gewinn je Aktie verbuchte der Konzern 5,96 Dollar, was die Expertenschätzungen von 5,81 Dollar ebenfalls merklich in den Schatten stellte. Konzernchef Shantanu Narayen zeigte sich sichtlich zufrieden und betonte, dass eine starke, durch künstliche Intelligenz getriebene Nachfrage über alle Kundengruppen hinweg der Haupttreiber für dieses hervorragende Abschneiden war. Der jährlich wiederkehrende Umsatz belief sich zum Quartalsende auf stolze 27,1 Milliarden Dollar.
Angesichts des anhaltenden KI-Booms blickt die Konzernspitze noch optimistischer auf die Zukunft und hob die Prognosen für das gesamte Geschäftsjahr 2026 an. Für das dritte Quartal peilt Adobe nun einen Erlös zwischen 6,67 und 6,72 Milliarden Dollar an, während der Markt bisher nur 6,52 Milliarden Dollar auf dem Zettel hatte. Der bereinigte Gewinn je Aktie soll zwischen 6,05 und 6,10 Dollar liegen. Für das Gesamtjahr schraubte Adobe die Umsatzprognose auf bis zu 26,60 Milliarden Dollar hoch.
Warum also sackte die Aktie im nachbörslichen US-Handel um rund sechs Prozent ab? Der Finanzvorstand Dan Durn verlässt überraschend das Unternehmen. Sein Posten wird vorübergehend von Steve Day übernommen. Ein plötzlicher Wechsel auf dem Sessel des Finanzchefs schmeckt der Wall Street selten, selbst wenn die Zahlen glänzen.
Die KI-Wachstumsstory ist intakt und die Zahlen sowie die Prognose waren stark. Dennoch rutscht die Adobe-Aktie immer weiter ab. Das Chartbild sieht als andere als einladend aus. Anleger greifen nicht in das fallende Messer.
Heute, 22:40