Intel ist mit minus 4 Prozent unter den Nasdaq-100-Verlierern. Take-Two Interactive hingegen mit einem Plus von mehr als 3 Prozent an der Index-Spitze. Im DAX wiederum verliert Hochtief heute mehr als 6 Prozent, während sich die Deutsche Börse mit 2,3 Prozent an die Spitze setzt. Was ist los mit diesen und weiteren Aktien?
Erfahrene Anleger kennen es: Einige Aktien legen an einem Tag mehrere Prozent zu und geben die Gewinne kurz darauf wieder ab. Andere verlieren trotz intakter Geschäftsentwicklung kräftig. Unternehmensmeldungen fehlen oft. Trotzdem sind die Bewegungen nicht zufällig.
Ölpreis, Zinsen, Inflation, Positionierung und Gewinnmitnahmen verschieben besonders derzeit die Geldströme. An der Börse liegen die Nerven blank. Der Ölpreis ist über die Marke von 100 Dollar je Barrel gestiegen. Gleichzeitig haben höhere Anleiherenditen die Sorge verstärkt, dass die Inflation hartnäckig bleibt und die US-Notenbank bei den Zinsen weniger Spielraum erhält. Das belastet vor allem hoch bewertete Wachstumswerte.
Einzelne Aktien liefen jedoch komplett gegen den Trend. Take-Two ist dafür ein gutes Beispiel. Die Aktie des Videospielekonzerns legte im US-Handel deutlich zu, obwohl eine neue, kursbewegende Unternehmensmeldung zunächst nicht erkennbar war. Der Grund dürfte in der besonderen Ausgangslage liegen. Take-Two hat mit Grand Theft Auto VI einen konkreten und zeitlich absehbaren Kurstreiber. Der Starttermin am 19. November steht bislang. Nach dem kräftigen Rücksetzer Ende August kehrten zudem Käufer zurück. Damals hatten Spekulationen über mögliche Verzögerungen bei GTA VI und GTA Online die Aktie belastet.
Deutsche Börse profitiert von der Unruhe
Ein anderes Muster zeigt die Deutsche Börse. Die Aktie gewann am Donnerstag mehr als 2 Prozent und war damit der stärkste DAX-Wert. Das passt zum aktuellen Umfeld. Wenn die Kurse stärker schwanken, steigen an den Börsen häufig die Handelsaktivitäten. Das kann sich positiv auf die Erträge des Börsenbetreibers auswirken.
Hochtief erwischte es dagegen hart. Die Aktie war zeitweise mehr als 7 Prozent im Minus und lag damit am Ende der DAX-Tabelle. Marktteilnehmer verwiesen schlicht auf Gewinnmitnahmen nach einem starken Börsenjahr.
Nach einer kräftigen Rally reichen oft kleinere Positionsanpassungen, um den Kurs stärker zu bewegen. Anleger sichern Gewinne. Fonds reduzieren Gewichtungen. Kurzfristig orientierte Händler verstärken die Bewegung. Die Geschäftsentwicklung muss sich dabei nicht verändert haben.
Hin und her bei KI- und Speicherwerten
Ähnlich unruhig geht es im Nasdaq 100 zu. CoreWeave, Western Digital und Intel stehen heute im US-Handel unter Druck. Vor allem Speicher- und KI-Aktien wechseln derzeit auffällig schnell die Richtung. An einem Tag treiben starke Zahlen oder neue Großaufträge die Kurse nach oben. Kurz darauf folgen Gewinnmitnahmen, wenn Renditen steigen oder Anleger die hohen Bewertungen hinterfragen. Viele der genannten Aktien befinden sich derzeit ohnehin in Korrekturphasen.
Bei Western Digital kommt hinzu, dass die Einschätzungen der Analysten weit auseinanderliegen. Während UBS das Kursziel zuletzt senkte und bei einer neutralen Einschätzung blieb, hob Baird das Kursziel an und bestätigte seine positive Bewertung. Solche gegensätzlichen Signale erhöhen die Schwankungsanfälligkeit.
CoreWeave steht zusätzlich für ein spezielles Risiko im KI-Sektor. Das Unternehmen wächst schnell, muss dafür aber enorme Summen in Rechenzentren und Grafikkarten-Infrastruktur investieren. Für 2026 werden Investitionen von bis zu 35 Milliarden Dollar erwartet. Steigende Zinsen machen ein solches Geschäftsmodell anfälliger für Bewertungsdruck.
Die ungewöhnlichen Kursbewegungen haben mehrere Ursachen. Im aktuellen Umfeld ist die Volatilität erhöht. Kurse einzelner Aktien können daher durchaus an einem Tag mehrere Prozent zulegen und dann zwei Tage deutlich absacken, ohne dass es eine besondere Neuigkeit vom Unternehmen selbst gibt. Für Anleger bedeutet das: Tagesbewegungen sollten derzeit besonders vorsichtig eingeordnet werden – und sind im Zweifel kein Grund zur Panik.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: CoreWeave Inc..
Der Autor hält unmittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Take 2 Interactive.
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