Die Deutsche Börse hat im Rahmen der laufenden Berichtssaison nun ebenfalls ihre Bücher geöffnet und positiv überrascht. In fast allen Geschäftsbereichen sprudeln die Erlöse, der Vorstand hat in der Folge den Ausblick für das Gesamtjahr 2026 in Teilen erhöht.
Kurz und knapp:
• Die Deutsche Börse steigerte im zweiten Quartal Nettoerlöse, EBITDA und Gewinn deutlicher als erwartet.
• Der Konzern erhöhte den Ausblick für das Treasury-Ergebnis auf mehr als 700 Millionen Euro.
• Mit der geplanten Übernahme von Allfunds steht der größte Zukauf der Unternehmensgeschichte bevor; charttechnisch bleibt die 50-Tage-Linie entscheidend.
Zwischen April und Juni konnte der Marktbetreiber seine Nettoerlöse ohne das Treasury-Ergebnis um neun Prozent auf 1,4 Milliarden Euro steigern. Die Analystengemeinde hatte weniger auf dem Zettel. Das EBITDA steigerte die Deutsche Börse um zehn Prozent auf 980 Millionen Euro, ebenfalls über der Marktprognose. Unter dem Strich blieben mit 569 Millionen Euro zwölf Prozent mehr hängen als im Vorjahreszeitraum.
„Während sich die Handelsvolumina nach dem volatilen März in einigen Bereichen erwartungsgemäß normalisiert haben, verzeichnen wir in sechs unserer acht Geschäftsbereiche teils deutliches Erlöswachstum“, sagte Deutsche-Börse-Finanzvorstand Jens Schulte laut einer Unternehmensmitteilung.
Zwar wurden die Nettoerlös-Prognose ohne das Treasury-Ergebnis von 5,7 Milliarden Euro ebenso wie das operative Ergebnis von 3,1 Milliarden Euro auf Jahressicht bestätigt. Allerdings traut sich der Konzern nun beim Treasury-Ergebnis wegen höherer Zinserwartungen und Einlagen hier mehr als 700 Millionen Euro zu. Bisher wurde mit einem leichten Rückgang auf diese Marke gerechnet.
Operativ steht bei der Deutschen Börse die Übernahme der Fondsplattform Allfunds an, die für fünf Milliarden Euro übernommen werden soll. Es wäre der größte Zukauf in der Unternehmensgeschichte. Zudem soll die Mehrheit an ISS STOXX, einem Betreiber von Handelsplattformen und Abwicklungssystemen, für 1,1 Milliarden Euro erfolgen. Bisher hielt die Deutsche Börse bereits 80 Prozent.
Der Markt hat bisher verhalten auf die Zahlen reagiert. Dabei unterstreichen sie erneut die Stärke des Geschäftsmodells der Deutschen Börse. Charttechnisch wäre nun wichtig, die 50-Tage-Linie bei 249,20 Euro zu halten. Die Aktie ist keine laufende Empfehlung.
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