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DAX nach EZB-Entscheid: Der wahre Grund für den Absturz

DAX nach EZB-Entscheid: Der wahre Grund für den Absturz
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Lars Friedrich 10.09.2026, 19:09 ‧ Lars Friedrich
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Zins-Schock? Die Europäische Zentralbank hat den Einlagensatz heute eigentlich wie erwartet auf 2,50 Prozent angehoben. Doch an den Finanzmärkten setzte unmittelbar nach dem Zinsbeschluss Ernüchterung ein. Aus den Frankfurter Notenbankkreisen sickern Signale durch, die Anlegern schwer im Magen liegen.

Am Frankfurter Parkett sorgte die Aussicht auf eine anhaltend straffe Geldpolitik für deutliche Abgaben. Nach der Bekanntgabe des Zinsentscheids gab der Leitindex seine zwischenzeitlichen Gewinne vollständig ab und fiel bis zum Handelsschluss praktisch durchgehend. Am Tagestief gegen Handelsende hatte der DAX 0,84 Prozent auf 25.361,15 Punkte verloren.

Der Grund für den Stimmungsumschwung liegt weniger im aktuellen Schritt um 25 Basispunkte als im Tonfall der Währungshüter. EZB-Präsidentin Christine Lagarde stellte klar, dass der Inflationsdruck durch die anhaltend hohen Energiepreise infolge der geopolitischen Konflikte im Nahen Osten und in der Ukraine weiterhin hoch bleibt.

Die Notenbank geht inzwischen davon aus, dass die Teuerungsrate noch bis ins erste Halbjahr 2027 hinein spürbar über dem Zielwert von zwei Prozent verharren wird.

Notenbankinsidern zufolge hält die Notenbank eine weitere Zinserhöhung bereits im Oktober für denkbar, falls der Preisdruck auf den Energiemärkten nicht nachlässt. An den Zinsmärkten kletterte die Wahrscheinlichkeit für einen solchen Schritt im kommenden Monat sprunghaft von knapp über 50 auf rund 70 Prozent.

DAX (WKN: 846900)

Für Aktienanleger wird das Umfeld damit wieder ungemütlicher. Solange der Ölpreis und die geopolitischen Brandherde die Teuerung anheizen, sitzt die EZB am Drücker. Steigende Anleiherenditen bieten wieder echte Renditealternativen und erhöhen gleichzeitig die Finanzierungskosten für Unternehmen. Wer auf ein schnelles Ende des Zinserhöhungszyklus gesetzt hatte, muss seine Erwartungen vorerst korrigieren. Anleger könnten daher in den kommenden Wochen defensiver agieren, Zukäufe eng absichern und Werte mit solider Preissetzungsmacht bevorzugen. Diese Gedanken dürften die heutige Reaktion im DAX erklären.

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