Die Aktie des Chemieriesen BASF konnte zuletzt wieder deutlich Boden gut machen. Zum einen halfen die Niederschläge in Deutschland, welche den für die Logistik des DAX-Konzerns sehr wichtigen Rhein besser befahrbar machen. Darüber hinaus beschert die anhaltende Blockade der Straße von Hormus BASF Auftrieb.
Denn zahlreiche asiatische Chemieproduzenten sind bei ihrem wichtigsten Rohstoff Naphtha stark von Öl- und Gaslieferungen aus dem Persischen Golf abhängig. Blockiert oder erschwert die angespannte Lage in der Straße von Hormus diese Transporte, sinkt die Anlagenauslastung der Konkurrenz in Asien spürbar. BASF profitiert davon gleich doppelt: Die eigenen europäischen Anlagen laufen besser ausgelastet, und gleichzeitig verbessert sich die Preissetzungsmacht am Markt, weil weniger asiatische Massenware verfügbar ist. Der Konzern selbst bestätigte Ende Juli, dass sich die Auslastung seiner Anlagen durch genau diese Lieferunterbrechungen verbessert habe.
Diese Sonderkonjunktur zeigt sich bereits in den Zahlen: BASF hob seine Ergebnisprognose für 2026 an und rechnet nun mit einem EBITDA vor Sondereinflüssen zwischen 6,9 und 7,7 Milliarden Euro, nach zuvor 6,2 bis 7,0 Milliarden Euro. Der Umsatz stieg im zweiten Quartal um 16 Prozent auf 17,2 Milliarden Euro – getragen sowohl von höheren Preisen als auch von größeren Absatzmengen. Auch der Branchenverband VCI hatte bereits von "Hamsterkäufen" gesprochen, mit denen sich Kunden angesichts drohender Lieferengpässe eindecken.
Auf der einen Seite droht anhaltendes Niedrigwasser das Ergebnis zu belasten, auf der anderen Seite sorgt die Lage in der Straße von Hormus für einen zusätzlichen Schub beim operativen Ergebnis. Wer den DAX-Titel bereits im Portfolio hat, kann nach wie vor an Bord bleiben. Der Stoppkurs sollte weiterhin bei 39,00 Euro belassen werden.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: BASF.
Heute, 10:39
Bei Google bevorzugen