Das klingt durchaus gut. Der Chemieriese BASF kommt bei den Planungen für den geplanten Börsengang seiner Agrarchemiesparte weiter voran. "Wir vervollständigen gerade die Ausgliederung von der BASF", erklärte Livio Tedeschi, der im Konzernvorstand für das Landwirtschaftsgeschäft zuständig ist.
Der Großteil des Geschäftsbereichs Agriculture Solutions sei bereits in Nord- und Südamerika sowie in Europa verselbstständigt worden, Asien solle bis zum Jahresende folgen. Tedeschi gehört dem BASF-Vorstand seit Anfang Mai an und trägt seither die Gesamtverantwortung für die Agrarsparte.
Parallel dazu entstehe eine neue Konzernzentrale, über die das Geschäft künftig eigenständig gesteuert werden soll, so der Manager weiter. "Im nächsten Jahr konzentrieren wir uns voll und ganz auf einen möglichen Börsengang", so Tedeschi. Die dafür nötigen Grundlagen sollen bis Mitte 2027 geschaffen werden. Danach richte sich der weitere Zeitplan nach der Entwicklung der Marktlage.
Wann genau der Börsengang stattfindet und welchen Umfang er haben wird, werde erst kurzfristig festgelegt – das hatte BASF-Finanzvorstand Dirk Elvermann bereits Anfang Juli gegenüber der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX sowie der dpa erklärt.
Aus Tedeschis Sicht bringt die geplante Verselbstständigung des Geschäftsbereichs mehrere Vorteile mit sich. Bislang werde etwa die Höhe des Forschungsbudgets zentral von der BASF-Konzernspitze festgelegt. Da Investitionsentscheidungen bei BASF stets im Vergleich zum gesamten Portfolio getroffen würden, bestehe die Gefahr, dass die Agrarsparte wichtige strategische Gelegenheiten nicht wahrnehmen könne. Hinzu komme, dass Agrarunternehmen an der Börse gemessen am Ebitda derzeit deutlich höher bewertet würden als BASF als Gesamtkonzern. In den vergangenen Jahren hat BASF sein Agrarchemiegeschäft gezielt durch Zukäufe ausgebaut. So übernahmen die Ludwigshafener 2018 für rund 5,9 Milliarden Euro wesentliche Teile des Agrar- und Saatgutgeschäfts von Bayer, das der Leverkusener Konzern im Zuge der Monsanto-Übernahme abgeben musste. Tedeschi bezeichnete diesen Zukauf als einen "der besten Zukäufe der BASF", der den Konzern erheblich vorangebracht habe.
Entscheidend für den weiteren Kursverlauf der BASF-Aktie im laufenden Jahr bleibt voraussichtlich die Entwicklung der Weltkonjunktur sowie des Niedrigwassers im Rhein. Aktuell drängt sich kein Kauf auf. Wer die Dividendentitel bereits im Portfolio hat, sollte den Stoppkurs bei 39,00 Euro belassen.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: BASF.
Enthält Material von dpa-AFX
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