Es wird nicht einfacher für BASF & Co: Der Rhein hat historische Tiefstände erreicht. Am Pegel Kaub in Rheinland-Pfalz, einer wichtigen Engstelle für die Schifffahrt auf dem Mittelrhein, sank der Wasserstand Ende September erstmals unter die Nullmarke. Am Morgen des 1. Oktober wurden sogar minus sechs Zentimeter gemessen.
Für die Industrie ist das ein alarmierendes Signal: Je niedriger der Pegel, desto weniger Ladung können Schiffe transportieren. Unternehmen, die auf den Rhein angewiesen sind, müssen ihre Logistik deshalb aufwendiger organisieren. Chemie- und Mineralölkonzerne setzen zusätzliche Schiffe ein, die auch bei niedrigen Wasserständen fahren können. Wo das nicht genügt, werden Transporte auf die Bahn oder auf Lastwagen verlagert. Diese Alternativen sind jedoch nicht unbegrenzt verfügbar. Die zusätzlichen Transporte lösen das Problem also nicht einfach, sondern verlagern den Engpass auf andere Verkehrsträger.
Der Aufwand schlägt sich zunehmend in den Kosten nieder: Die Frachtpreise steigen, während die verfügbaren Ausweichmöglichkeiten schwinden. Zugleich gibt es bereits erste Lieferengpässe. Für Unternehmen, die Rohstoffe oder Vorprodukte pünktlich benötigen, wird die Planung damit schwieriger. Verzögerungen und teurere Transporte können sich entlang der Lieferketten bemerkbar machen. Eine kurzfristige Umplanung hilft nur begrenzt, wenn auch die Kapazitäten von Bahn und Straße knapper werden.
Damit droht das Niedrigwasser für die Industrie nicht nur zu einem logistischen, sondern auch zu einem wirtschaftlichen Problem zu werden. Bleibt der Rhein auf diesem Niveau, müssen Firmen womöglich noch stärker auf kostspielige Ersatzlösungen zurückgreifen. Die ohnehin angespannte Versorgung könnte sich weiter verschlechtern – und die teuerste Phase steht der Wirtschaft möglicherweise erst noch bevor.
Das Niedrigwasser ist nach wie vor eine ernstzunehmende Belastung für BASF. Darüber hinaus litt der Kurs des DAX-Konzerns an den vergangenen Handelstagen unter den Meldungen einer womöglich relativ teuren Übernahme des Konkurrenten Evonik. Wer bei der Dividendenperle investiert ist, bleibt weiterhin abgesichert mit einem Stoppkurs bei 39,00 Euro an Bord.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: BASF.
Heute, 08:39
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