Der Spezialchemiekonzern Evonik hat das jüngste Übernahmeangebot über offenbar 22,15 Euro des Chemieriesen BASF abgelehnt. Doch noch steht nicht fest, ob eine Transaktion dadurch vollständig vom Tisch ist. Am Markt wird nun gespannt darauf gewartet, ob der DAX-Konzern womöglich noch etwas mehr für den Konkurrenten auf den Tisch legen wird.
Denn Berichten zufolge arbeitet man bei BASF weiter an einem Kauf von Evonik. Gegenüber dem Handelsblatt ließen Insider verlauten, dass die Absage des ersten Angebots für sie keine Überraschung gewesen sei. Offenbar hat BASF in dieser Angelegenheit auch keinerlei Zeitdruck. Eine derartige Transaktion ist demnach "ein längerfristiges und gut vorbereitetes Projekt und kein Schnellschuss". Im Vorstand könne man sich auch durchaus vorstellen, dass eine Abwicklung sich bis ins Jahr 2028 ziehen könnte. Zum Vergleich: Auch die Übernahme von Covestro durch den arabischen Ölgiganten ADNOC zog sich beginnend mit den ersten aufkommenden Gerüchten bis zum Vollzug über rund zwei Jahre.
Laut Peter Spengler, Analyst von der DZ Bank, hätte ein Kauf von Evonik für BASF unter anderem den Vorteil, dass das strategisch wichtige Spezialchemiegeschäft des DAX-Konzerns gestärkt werden könnte. Mit Abnehmern aus traditionell konjunkturunabhängigen Branche wie etwa der Kosmetikindustrie würde auch die Konjunkturabhängigkeit von BASF weiter verringert werden. Spengler gibt aber noch zu bedenken, dass noch nicht klar ist, an welchen Stellen Synergien gehoben werden können und wie groß der finanzielle Spielraum der Ludwigshafener aktuell ist. Darüber hinaus ist die große Unbekannte die RAG Stiftung, die aktuell noch 44 Prozent an Evonik hält.
Das letzte Wort scheint bei einem möglichen Deal also noch nicht gesprochen. DER AKTIONÄR rät weiterhin dazu, sowohl bei BASF (Stoppkurs: 39,00 Euro) als auch bei Evonik (Stoppkurs: 13,00 Euro) nach wie vor an Bord zu bleiben.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: BASF.
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