Die US-Börsen starten am Freitag mit Rückenwind in den Handel. Vor allem die fallenden Ölpreise sorgen vor dem Start für Entlastung. Gleichzeitig bleibt die Inflationslage angespannt. Neue Daten erhöhen den Druck auf die US-Notenbank, bereits in der kommenden Woche an der Zinsschraube zu drehen. Auch bei den Einzelwerten gibt es Bewegung.
Nach vier Verlusttagen in Folge zeichnet sich an der Wall Street eine Erholung ab. Die Futures auf den Dow Jones lagen rund 0,9 Prozent im Plus. Der S&P 500 gewann vorbörslich ebenfalls 0,9 Prozent, der Nasdaq-100 rückte 1,0 Prozent vor.
Damit könnten die großen US-Indizes ihre längste Verlustserie seit Juni beenden. Auf Wochensicht bleibt die Bilanz allerdings klar negativ. Der Dow Jones steuert auf ein Minus von rund 2,5 Prozent zu. Für den S&P 500 und den Nasdaq zeichnet sich jeweils ein Rückgang von etwa 1,6 Prozent ab.
Ölpreise geben nach
Entlastung kommt vom Ölmarkt. Der Preis für die US-Sorte WTI fiel um rund 3 Prozent auf knapp 99 Dollar je Barrel. Brent verbilligte sich ebenfalls um gut 3 Prozent auf rund 104 Dollar. Beide Sorten bleiben damit zwar oberhalb der Marke von 100 Dollar und liegen auf Wochensicht noch rund 8 bis 10 Prozent im Plus. Der Rückgang am Freitag nimmt den Börsen jedoch etwas Inflationsdruck.
Die Internationale Energieagentur hat ihre Prognose für die weltweite Ölnachfrage in diesem Jahr gesenkt. Gleichzeitig bleibt die geopolitische Lage im Nahen Osten angespannt.
Inflation hält Zinssorgen am Leben
Die am Freitag veröffentlichten US-Inflationsdaten fielen gemischt aus. Die Verbraucherpreise stiegen im August gegenüber dem Vormonat um 0,4 Prozent. Im Jahresvergleich lag die Teuerungsrate bei 3,4 Prozent. Damit traf die Gesamtinflation die Erwartungen.
Die um Energie und Lebensmittel bereinigte Kerninflation erhöhte sich dagegen um 0,3 Prozent zum Vormonat. Auf Jahressicht lag sie bei 2,4 Prozent. Der monatliche Anstieg fiel damit leicht stärker aus als erwartet.
An den Anleihemärkten wurde die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung durch die US-Notenbank in der kommenden Woche zuletzt mit rund 90 Prozent bewertet. Die Rendite zweijähriger US-Staatsanleihen stieg nach den Inflationsdaten zeitweise auf 4,61 Prozent. Die Rendite zehnjähriger Treasuries lag bei rund 4,93 Prozent.
Die sich andeutende Erholung am Freitag dürfte also vor allem technischer Natur sein und zudem auf die leichte Entspannung beim Ölpreis zurückzuführen sein.
Einzelne Aktien
Bei den Einzelwerten steht Oracle im Mittelpunkt. Die Aktie legte vorbörslich mehr als 6 Prozent zu.
Bei Adobe fällt die Reaktion nach den Zahlen deutlich schwächer aus. Die Aktie verlor vorbörslich rund 4 Prozent.
Damit bestätigt sich die erste Tendenz, auf die DER AKTIONÄR online gestern Abend bereits direkt nach den Zahlen hingewiesen hatte (siehe weiterführende Beiträge am Artikelende).
GameStop gewann vorbörslich mehr als 3 Prozent. Unternehmenschef Ryan Cohen kaufte eine Million Aktien zu einem Durchschnittspreis von 20,38 Dollar. Seine Beteiligung an dem Videospielhändler steigt damit auf knapp 39,4 Millionen Aktien.
Die Möbelkette RH legte nach überraschend starken Quartalszahlen rund 6 Prozent zu. Copart gewann etwa 3 Prozent. Der Autoauktionator übertraf beim Umsatz die Erwartungen und kündigte zudem die Übernahme des digitalen Fahrzeugmarktplatzes ACV für rund 1,9 Milliarden Dollar an.
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