Trump verspricht das Kriegsende zum Wahltag. Vance und Rubio warnen intern vor vier weiteren Jahren. Ausgerechnet der 11. September zeigt, wer historisch recht behält.
Donald Trump bereut nichts. Im Gespräch mit Fox-Moderatorin Laura Ingraham sagte der Präsident, er glaube nicht an das Wort „regret"; müsste er noch einmal entscheiden, entschiede er genauso. Auf dem Luftwaffenstützpunkt Joint Base Andrews legte er den Termin fest: Der Krieg ende „sofort" nach der Wahl, der Iran könne nicht länger durchhalten. Teheran wolle die Kongresswahlen beeinflussen, damit eine „schwache Gruppe" an die Macht komme. Iranische Angaben über beschädigte US-Kampfflugzeuge in Jordanien wies er gegenüber NewsNation ab: „No damage. No nothing."
Dass all das auf den 11. September fällt, passt ins Bild. Heute jährt sich der Anschlag zum 25. Mal.
Trump: Zwei Termine, ein Kalender
Nicht das Kriegsgeschehen datiert hier das Ende, sondern der Wahlkalender. Zu Beginn hatte Trump den Konflikt auf etwa einen Monat veranschlagt; seit dem 28. Februar läuft er im siebten Monat. Intern warnten ihn laut Handelsblatt Vizepräsident JD Vance und Außenminister Marco Rubio im Oval Office und im Lagezentrum, der Konflikt könne bis ins Jahr 2029 andauern – Teheran habe die Kapazität durchzuhalten. Der Ölmarkt folgt den Beratern, nicht dem Präsidenten: Brent notiert aktuell bei 106 Dollar.
Trumps Zustimmung in der Bevölkerung fiel von 47 Prozent zu Amtsbeginn auf zuletzt 33 Prozent. 83 Prozent der Amerikaner rechnen mit einem langen Krieg, nur 16 Prozent mit einem Ende binnen weniger Wochen.
- Montag, 14. September: Bessents angekündigte Sanktion gegen „eine große Bank" zeigt an Name und Herkunftsland, wie weit Washington bei Sekundärsanktionen wirklich zu gehen bereit ist.
- Dienstag, 3. November: Die Zwischenwahlen sind der Termin, auf den Trump den Frieden datiert hat — und der einzige Prüfstein, der seine Ansage unmittelbar testet.
- Die Woche danach: Bleibt der Ölpreis nach dem Wahltag oben, ist die Ansage widerlegt, und der Markt handelt den Krieg als Dauerzustand.
Die Gegenseite: Was für Trumps Rechnung spricht
Er hat Hebel, und er benutzt sie. Die Seeblockade wirkt: Anfang September passierten nach Angaben von Energieminister Chris Wright an einem einzigen Tag mehr als 17 Millionen Barrel die Straße von Hormus, ein Kriegsrekord unter US-Kontrolle. Goldman Sachs sieht Brent im Dezember bei 85 Dollar, gut 20 Dollar unter dem aktuellen Kurs, und 69 Prozent der Republikaner stützen die Militäraktion weiter. Behält Trump recht, löst sich die Risikoprämie in Tagen auf, nicht in Quartalen. Dagegen steht die Eskalation auf See: zuletzt fünf zerstörte iranische Öltanker, ein erweitertes iranisches Sperrgebiet vor Hormus, Angriffe der Revolutionsgarde auf zwei US-Schiffe.
Trump datiert das Kriegsende auf einen Wahltag, seine engsten Berater auf das Jahr 2029. Diese Differenz wird täglich bepreist – im Ölpreis, in der Frachtrate, an der Zapfsäule.
Bei allem Rechnen mit Terminen, Prämien und Barrelpreisen bleibt dieser Freitag zuerst ein Gedenktag. Vor 25 Jahren starben bei den Anschlägen vom 11. September fast 3.000 Menschen, viele von ihnen in den Türmen des World Trade Center, mitten im Finanzdistrikt. Kurse lassen sich neu berechnen. Dieser Verlust nicht.
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