Die laufende Korrektur am Gesamtmarkt lässt die RWE-Aktie unbeeindruckt. Der Versorger hat sich vielmehr peu à peu nach oben entwickelt, aktuell notiert der DAX-Titel nur zwei Prozent unter dem Mehrjahreshoch von 62,00 Euro. Konzernchef Markus Krebber hat nun Klartext gesprochen, was den Energiemarkt und die Preise angeht.
Gegenüber The Pioneer kritisiert Krebber vor allem die Verknappung des Angebots in Deutschland in den vergangenen Jahren. „Wir haben in Deutschland über Jahrzehnte nur Stilllegungen vorgenommen“, so der CEO. „Wir haben das Alte abgeschaltet, Knappheit erzeugt und jetzt muss zugebaut werden. Das dauert.“. Gleichzeitig gebe es nun „eine zusätzliche Nachfragegruppe, nämlich die Anwender von Künstlicher Intelligenz, die eine höhere Zahlungsbereitschaft für Strom besitzen.“
Sinkende Strompreise seien deshalb auch bei einem möglichen Ende des Kriegs im Iran nicht zu erwarten, so der RWE-Chef. Angesichts niedriger Gasspeicherfüllstände drohe bei einem harten Winter vielmehr ein weiterer Preisanstieg.
„Die energieintensive Industrie will Strom, die Künstliche Intelligenz will Strom, die Elektrifizierung von Wärme und Verkehr will Strom – und wir haben nicht genug“, sagt Krebber. Die Folge sei ein harter Kampf um Strom und deshalb auch höhere Strompreise. „Ein Rechenzentrumsbetreiber zahlt (…) fast jeden Strompreis.“ Es brauche seiner Meinung nach einen gesonderten Industriestrompreis, damit die Industrie die Sicherheit hat, weiter zu investieren. „Das ist keine Subvention, das ist eine bewusste Preisgestaltung, um nicht in neue Abhängigkeiten hineinzulaufen“, ordnet er ein.
Für Versorger wie RWE ist die hohe Nachfrage nach Strom positiv. Die Investitionen des Konzerns in grüne Energien dürften sich mehr und mehr lohnen und für steigende Gewinne sorgen. Die Aktie hat sich zuletzt auch gut entwickelt. Anleger können nach wie vor zugreifen.
Heute, 08:57
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