RWE hat im ersten Halbjahr 2026 deutlich mehr verdient. Das bereinigte EBITDA stieg auf 3,0 Milliarden Euro nach 2,1 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum. Auch beim bereinigten Nettoergebnis verzeichnete der Energiekonzern einen kräftigen Zuwachs: Es erhöhte sich von 0,8 Milliarden Euro auf 1,3 Milliarden Euro.
Das bereinigte Nettoergebnis je Aktie kletterte um mehr als 60 Prozent auf 1,77 Euro, nachdem im ersten Halbjahr des Vorjahres 1,08 Euro erreicht worden waren. RWE führt die positive Entwicklung auf die starke operative Entwicklung in allen Segmenten zurück. Besonders unterstützten verbesserte Windverhältnisse in Europa sowie die Inbetriebnahme neuer Windkraftanlagen, Solarparks und Batteriespeicher.
Auch beim Ausbau der Erzeugungskapazitäten kommt RWE voran. Seit Jahresbeginn hat der Konzern neue Anlagen mit einer Gesamtleistung von 752 Megawatt in Betrieb genommen. Weitere Anlagen mit einer Kapazität von 10,3 Gigawatt befinden sich derzeit im Bau. Seit Ende Juni 2025 hat RWE ihre Erzeugungskapazität damit insgesamt um 2,6 Gigawatt erweitert.
Rund die Hälfte des Halbjahressprungs kam indes aus Wind und Sonne: Offshore Wind steigerte das bereinigte EBITDA auf 810 Millionen Euro nach 643 Millionen im windschwachen Vorjahr, Onshore Wind und Solar auf 1.016 Millionen Euro nach 830 Millionen. Der Rest stammt aus Energiehandel und flexibler Erzeugung – dem Segment, das Gas- und Wasserkraftwerke dann laufen lässt, wenn Wind und Sonne nicht liefern – sowie aus Einmaleffekten, die RWE selbst als solche benennt.
Für die kommenden Jahre gibt sich RWE weiterhin zuversichtlich. Das Unternehmen erwartet, dass das bereinigte Nettoergebnis je Aktie bis 2031 durchschnittlich um zehn Prozent pro Jahr wächst und dann 4,55 Euro erreicht.
Wichtig: RWE hebt die geplanten Nettoinvestitionen für 2026 auf 9 bis 11 Milliarden Euro an, nach bislang 6 bis 8 Milliarden. Auslöser ist die aufgestockte Beteiligung am Übertragungsnetzbetreiber Amprion – also an Stromnetzen, deren Erlöse reguliert, planbar und weitgehend unabhängig vom Börsenstrompreis sind.
Ein zufriedener Chef
Auch die Aktionäre sollen von der positiven Entwicklung profitieren. RWE bestätigt das Dividendenziel von 1,32 Euro je Aktie für 2026. Bis 2031 soll die Dividende anschließend jährlich um zehn Prozent steigen.
RWE-Konzernchef Markus Krebber zeigte sich mit dem Geschäftsverlauf im zweiten Quartal zufrieden: „RWE hat im ersten Halbjahr operativ hervorragend abgeschnitten und ihre Ertragskraft deutlich gesteigert. Unsere angehobenen Ergebnisziele unterstreichen die Stärke unseres Geschäfts sowie unsere hervorragenden Wachstumsperspektiven. Durch die Aufstockung unseres Anteils an Amprion auf eine Mehrheitsbeteiligung erweitern wir unsere Präsenz in einem weiteren attraktiven Wachstumsfeld. Dank unseres breiten Portfolios aus Erneuerbaren Energien, flexibler Erzeugung, Speichern, Energiehandel und Netzinfrastruktur können wir von der weltweit steigenden Stromnachfrage und dem erforderlichen Ausbau des Energiesystems profitieren. Mit Investitionen von insgesamt 42 Milliarden Euro netto bis 2031 werden wir diese Chancen konsequent und wertsteigernd nutzen.“
Die Zahlen von RWE überzeugen. Der Energieriese hatte erst kürzlich die Gesamtjahresprognose angehoben. Die Aktie bleibt ein klarer Kauf. Der Stoppkurs kann bei 44,00 Euro belassen werden.
Heute, 07:35
Bei Google bevorzugen