Infineon führt den DAX an. An der Nasdaq legen Analog Devices und Texas Instruments jeweils gut fünf Prozent zu. Marvell gewinnt 5,1 Prozent, Qualcomm 4,6 Prozent und NXP 4,1 Prozent. Gleichzeitig stehen SanDisk und Seagate auf der Verliererseite. Wie passt das zusammen?
Das Signal kommt von Oracle: Der Cloud-Konzern steigerte den Umsatz mit Cloud-Infrastruktur im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2027 um 121 Prozent auf 7,4 Milliarden Dollar. Oracle plant zudem weiterhin Investitionen von 90 bis 95 Milliarden Dollar im laufenden Geschäftsjahr. Das Geld fließt in neue Rechenzentren und deren Ausstattung. Gefragt sind Server, Netzwerktechnik, Stromversorgung, Kühlung und Halbleiter.
Das erklärt die Stärke der Chip-Aktien. Analog Devices und Texas Instruments liefern analoge und eingebettete Chips für die Steuerung und Stromversorgung. Marvell ist auf Dateninfrastruktur und Netzwerkchips spezialisiert. Infineon profitiert vom steigenden Bedarf an Leistungshalbleitern.
Qualcomm erhält zusätzlichen Rückenwind durch die Zusammenarbeit mit Amazon Web Services. Beide Unternehmen entwickeln über mehrere Chip-Generationen maßgeschneiderte Prozessoren für Rechenzentren. Die allgemeine Erholung an den US-Börsen hilft dem Sektor heute ebenfalls.
Speicherwerte unter Druck
SanDisk und Seagate hängen ebenfalls am Ausbau der Rechenzentren. Ihre Kurse reagieren jedoch stärker auf Speicherpreise und Kapazitäten. Bei SanDisk kommt es darauf an, ob die Nachfrage nach NAND-Flash, also Speicherchips, und schnellen SSD-Datenspeichern dauerhaft höhere Preise und Margen ermöglicht.
Die Aktie bleibt extrem volatil: Zwischenerholungen wechseln sich mit schnellen Gewinnmitnahmen ab.
Zugleich wächst die Sorge, dass zusätzliche Produktionskapazitäten den Preisdruck erhöhen. Der Oracle-Ausblick bestätigt zwar den Bedarf an Rechenzentren. Er garantiert SanDisk jedoch keine dauerhaft hohen Speicherpreise.
Bei Seagate belastet ein weiterer Faktor. Im Zuge der Ablösung wandelbarer Anleihen wurden dieser Tage rund 1,65 Millionen neue Aktien ausgegeben. Das höhere Aktienangebot kann kurzfristig auf den Kurs drücken.
Heute, 20:18
Bei Google bevorzugen