Nach fast 18 Jahren verliert Nike den Platz im S&P 100. Vier Technologiewerte rücken nach. Die Änderung wird am 21. September vor Handelsbeginn wirksam. Neben Nike verlassen auch Honeywell Aerospace, Simon Property Group und Colgate-Palmolive den S&P 100. Dell Technologies, Palo Alto Networks, Arista Networks und SanDisk rücken nach.
Nike verbleibt immerhin im S&P 500 Index. Der Abstieg von Nike ist Folge der operativen Entwicklung. Der S&P 100 stieg in fünf Jahren um rund 83 Prozent, die Nike-Aktie verlor im selben Zeitraum mehr als 75 Prozent; der Schlusskurs lag bei 38,40 Dollar. Der Rauswurf misst diese Differenz, nicht das Geschäft.
Für Anleger folgt daraus letztlich aber eher wenig. Der größte Indexfonds auf den S&P 100 verwaltet rund 20 Milliarden Dollar. Nikes Gewicht darin liegt überschlägig bei gut einem Promille. Der mechanische Verkaufsdruck bewegt sich damit in der Größenordnung einiger Dutzend Millionen Dollar – ein Bruchteil eines normalen Handelstags. Die Fonds auf den S&P 500 Index, in dem Nike bleibt, verwalten das Hundertfache.
Der Vergleichsanker im gleichen Maßstab macht es allerdings nicht besser. Den 46,4 Milliarden Dollar stehen 51,4 Milliarden im Geschäftsjahr 2024 gegenüber. Nike Direct verlor sechs Prozent. Bei Nike Brand Digital waren es minus zwölf Prozent, bei Converse minus 31 Prozent und bei Greater China minus elf Prozent auf 5,85 Milliarden Dollar. Fünf Milliarden Dollar Umsatz sind in zwei Jahren verschwunden – das ist die eigentliche Meldung, und sie ist zehn Wochen alt. Kritiker führen Markenentscheidungen an, etwa die Kampagne mit Dylan Mulvaney aus dem Jahr 2023. Bemerkenswert ist indes dies: Der Großhandel legte im Schlussquartal auf berichteter Basis um vier Prozent zu. Dabei ist dies der Kanal, den das Management jahrelang zurückgefahren hatte.
Wie man nun bei Nike sowie dem Konkurrenten Adidas handeln sollte, erfahren Sie im Artikel "Adidas und Nike: Neue Hiobsbotschaft aus den USA".
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