Die CoreWeave-Aktie legt am heutigen Dienstag im Handelsverlauf an der Nasdaq zeitweise rund 15 Prozent zu und notiert damit wieder über der Marke von 100 Dollar. Einen einzelnen neuen Großauftrag hat der KI-Spezialist bislang nicht präsentiert. Was steckt also hinter dem Kurssprung?
Für Rückenwind könnten derzeit vor allem positive Analysten-Stimmen rund um Oracle sorgen. Die Aktie des Software- und Cloud-Konzerns gewinnt dieser Tage unter anderem nach einer positiven Einschätzung von Morgan Stanley deutlich. Das Analysehaus hat sein Kursziel für Oracle angehoben und damit die Diskussion über den weltweiten Ausbau von Rechenzentren und KI-Infrastruktur neu entfacht. Davon profitieren auch Unternehmen, die Rechenleistung mit Grafikprozessoren vermieten. CoreWeave gehört zu den bekanntesten Vertretern dieses Geschäfts.
Oracle veröffentlicht am Donnerstag Zahlen. Womöglich wollen sich einige Anleger im Sektor bereits im Vorfeld positionieren, falls die Wachstumszahlen die Skeptiker (wieder einmal) verstummen lassen.
KI-Infrastruktur wieder gefragt
CoreWeave stellt Kunden Rechenkapazitäten für das Training und den Betrieb von KI-Modellen zur Verfügung. Das Unternehmen ist damit ein direkter Profiteur der hohen Nachfrage nach leistungsfähigen Grafikprozessoren und Rechenzentren. Die jüngste Bewegung zeigt, wie stark die Aktie auf Nachrichten aus dem gesamten KI-Infrastruktur-Sektor reagiert.
Die operative Entwicklung liefert dafür eine solide Grundlage. Im zweiten Quartal stieg der Umsatz im Jahresvergleich um 112 Prozent auf 2,6 Milliarden Dollar. Damit übertraf CoreWeave die Erwartungen leicht.
CoreWeave hat zudem auf Jahre hinaus eine hohe Nachfrage in den Büchern. Zu den wichtigen Kunden zählen unter anderem Microsoft, Meta und Anthropic.
CoreWeave ist allerdings weiterhin nicht profitabel. Entsprechend schwankungsanfällig bleibt das Papier.
Der heutige Anstieg fällt in eine charttechnisch interessante Phase (Anstieg noch nicht im Chart oben enthalten). Nach dem starken Kurssprung im Anschluss an die Quartalszahlen hatte die Aktie zunächst konsolidiert und sich wieder den jüngeren Tiefs angenähert. Der neue Schub könnte daher auch von Anlegern verstärkt werden, die auf eine Fortsetzung der Erholung setzen, oder von Eindeckungen von Leerverkäufern. Auf Sicht der vergangenen zwölf Monate ist CoreWeave allerdings eigentlich nur volatil seitwärts gelaufen. Die Oracle-Aktie notiert sogar trotz der jüngsten Erholungsbewegung mehr als 30 Prozent im Minus. Beide Aktien waren zuletzt keine AKTIONÄR-Empfehlungen.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: CoreWeave Inc..
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